
Blindentennis: „Ready? – Yes. – Play!”
Österreichs sehbehinderte und blinde SportlerInnen können sich seit kurzem in einer neuen Sportart messen: Blindentennis. Der Österreichische Behindertensportverband bietet regelmäßige Trainings in Wien an, die von den AthletInnen begeistert angenommen werden. Den Reiz der in Japan entwickelten Sportart erläutert der sehbehinderte Neo-Tennisspieler Bernd Schwarz: „Als ich zum ersten Mal von Blindentennis gehört habe, wusste ich sofort: Diese Einzelsportart muss ich ausprobieren. Es reizt mich, dass ich eine Aktivität betreiben kann, in der ich komplett auf mich allein gestellt bin.“
Schwarz bringt sportlich viel Erfahrung aus dem Sehbehindertenfutsal und der Leichtathletik mit, Blindentennis bietet ihm physisch fordernde neue Facetten: „Am Court bist du ständig in Bewegung und musst hochkonzentriert bleiben. Das fordert und hält fit.“
Trainingspartner Thomas Mellitzer verfügt wie Schwarz über viel Erfahrung im Behindertensport. Mit Basketball deckt er seinen Teamsportbedarf, Solo betreibt er zu seinen Lauftrainings jetzt auch noch Blindentennis. „Ich habe früher bereits Tennis gespielt, leider ist es mir dann aber zu schnell geworden. Blindentennis ist ein bisschen langsamer, das kommt mir mehr entgegen und macht dadurch viel mehr Spaß.“
Regeltechnisch unterscheidet sich Blinden- und Sehbehindertentennis nur minimal vom Tennissport. „Der Ball darf zwei oder drei Mal aufkommen. Das hängt vom Grad der Sehbehinderung ab. Außerdem muss man vor dem Service fragen, ob der Gegner ‚ready‘ ist. Antwortet dieser mit ‚Yes‘ folgt noch ein ‚Play‘ des Aufschlägers. Dann kann der Ballwechsel starten", so Mellitzer.
Trainiert werden Österreichs Sehbehinderten- und Blindentennisspieler von Katharina Nagyi, die sich auf ihre Aufgabe als Coach speziell vorbereitet hat. „Ich habe zuerst die Ausbildung zum Tennis-, dann jene zum Behindertensport-Instruktor absolviert. Außerdem war ich bei einem Blindentennis-Workshop in Köln, weil ich sehen wollte, welche Methoden die deutschen Trainer anwenden.“
In Deutschland wird bereits seit 2016 Blindentennis gespielt, es zählt zu den am meisten boomenden Behindertensportarten. In mehreren Großstädten werden bereits Meisterschaften ausgetragen. „Ich denke, durch den Erfahrungsaustausch können wir extrem profitieren.“
Da die Feldgröße variiert, kommen einige wenige Hilfsmittel zum Einsatz. Spieler der Klasse B1 spielen im Halbfeld (das heißt, bis zur T-Linie), B2 und B3 Spieler nutzen drei Viertel des Tennisplatzes. Als fühlbare Spielfeldmarkierungen kommen derzeit Seile, in Zukunft Klettverschlüsse zum Einsatz. Die aus Japan importierten Bälle sind aus Schaumstoff und klingeln. Das Equipment wird vom ÖBSV zur Verfügung gestellt.
Konkrete Ziele haben sich Mellitzer und Schwarz noch nicht gestellt. "Am wichtigsten ist es für mich, Spaß am Sport zu haben", so Schwarz. Mellitzer bestätigt das: "Wenn ich aber zum Spaß auch noch Nummer Eins der Weltrangliste werden könnte, würde ich nicht nein dazu sagen."
Damit die Blindensportart, die als eine der wenigen ihrer Art Menschen mit Sehbeeinträchtigung ein dreidimensionales Bewegungsvergnügen ermöglicht, noch mehr Menschen euphorisiert, sind einige Aktionen in Planung. Neue Spieler und Trainer sollen durch Workshops gewonnen werden, zusätzlich wird man bei der Integra 2020 vom 22. – 24. April in Wels selbst den Schläger schwingen können. Die Termine folgen demnächst auf www.obsv.at. Wer bei einem Probetraining als Spieler oder Trainer vorbeischauen möchte, kann per E-Mail Trainerin Katharina Nagyi kontaktieren: Nagyi@obsv.at












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