Pferdesport: Therapie auf vier Hufen

Pferde sind seit jeher treue Partner der Menschen und werden auch zur Therapie eingesetzt - Alle Fotos (c) OKTR

Die Therapie mit und auf einem Pferd spricht Menschen mit einer Behinderung durch ganzheitliche Förderung körperlich, emotional, geistig und sozial an. 

„Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“, besagt ein bekanntes Sprichwort. Die Therapie mit den eleganten Vierbeinern ist schon lange kein Geheimtipp mehr und wird seit Anfang der 80er-Jahre in Österreich angewandt. 

Dabei unterscheiden wir zwischen vier Therapieformen. 
1.)    Bei der Hippotherapie werden die Bewegungen des Pferdes zu physiotherapeutischen Zwecken genutzt. Der Mensch sitzt auf dem Vierbeiner und lässt sich von dessen Bewegungen leiten und unterstützen. Diese Therapie ist vor allem für Menschen mit Behinderungen des Bewegungsapparates oder auch des Nervensystems geeignet.

2.)    Bei der heilpädagogischen und therapeutischen Förderung mit dem Pferd nutzen die Menschen die beruhigende Natur der Tiere. Die Patienten verbringen Zeit mit und auf den Pferden, entwickeln dadurch Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. 

3.)    Das Integrative Reiten bietet für Menschen mit Behinderung Freude und Begeisterung am Reiten – von der Freizeitgestaltung bis hin zum Turniersport. 

4.)    Bei der Ergotherapie mit Pferden nutzen Patienten den Umgang mit dem Pferd, um Bewegungen und Muskulatur zu erhalten bzw. aufzubauen und selbstbestimmt und selbstständig zu handeln. Das kann von Streicheln bis hin zum Stallausmisten gehen. 

Helga Priber, Geschäftsführerin beim Österreichischen Kuratorium für Therapeutisches Reiten (OKTR®), beantwortet uns die wichtigsten Fragen: 

Für wen ist die Therapie mit einem Pferd geeignet?
“Die Bandbreite an Menschen, für die eine Therapie mit Pferd anwendbar und sinnvoll ist, ist sehr groß. Sie ist für Menschen jedes Alters geeignet, für Menschen die von Geburt an eine Behinderung haben, oder erst später z.B. durch einen Unfall.“  

Was macht die Arbeit mit Pferden so besonders?
“Der Kontakt und das Zusammenspiel mit dem Tier machen die Therapie einzigartig. Schaffen die Patienten eine Bewegung nicht von alleine, hilft das Pferd mit. Die Pferde geben dreidimensionale Schwingungsimpulse mit, die Nerven- und Entspannungsbereiche ansprechen.“

Wie kommt man zu der Therapie?
“Diese Therapien werden in den meisten Fällen von medizinischer Seite empfohlen. So arbeiten beispielsweise viele Physiotherapeuten auch mit der Hilfe von Pferden und kennen daher die Vorteile solch einer Therapie. 

Wo wird diese angeboten?
“In ganz Österreich. Auf unserer Homepage www.oktr.at/web/home finden Sie sehr viele Therapeut:innen und deren Kontaktdaten. Wenn weitere Fragen aufkommen, freuen wir uns, wenn Sie sich bei uns melden.“

Irmgard Kronsteiner (Vizepräsidentin), Pferd Luxor, Dr. Andrea Holzleithner (Präsidentin) und Helga Priber (Geschäftsführung und Schriftführung) vom Österreichischen Kuratorium für Therapeutisches Reiten

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