Günther Matzinger: Voller Fokus auf Triathlon

(c) Stefan Voitl

Um das Ticket für die Paralympics 2020 in Tokio zu lösen, überlässt der 32-Jährige nichts dem Zufall - und verlässt dafür die Leichtathletik, auf der er so viele Erfolge gefeiert hatte. Matzinger wurde 2012 Paralympics-Sieger über 400 und 800 Meter.

Nach dem zweiten Platz beim Paratriathlon-Weltcup im kanadischen Magog im Juli erhielt Matzinger eine Wildcard für die Welttitelkämpfe am 1. September in Lausanne. Da bei der WM sehr viele Punkte für die Rangliste zur Paralympics-Qualifikation vergeben werden, ist auch das Ziel von der Teilnahme am paralympischen Triathlonbewerb 2020 deutlich näher gerückt. "Sollte ich bei der WM ein solides Ergebnis abliefern, sehe ich eine gute Chance, mich für die Paralympics in Tokio zu qualifizieren", so der 32-Jährige. Die besten drei Ergebnisse im Qualifikationsjahr gehen in die Rangliste ein. Nur acht bis zehn Athleten lösen auf diesem Weg in seiner Klasse einen Startplatz.

Der volle Fokus auf den Triathlonsport ist allerdings nicht mehr mit Top-Leistungen auf der Tartanbahn vereinbar. "Um in der Vorbereitung nichts dem Zufall zu überlassen und keine Kompromisse einzugehen, habe ich mich dazu entschlossen, meine Leichtathletikkarriere zu beenden", erklärt Matzinger. "Die Entscheidung ist mir nach so vielen Jahren auf der Laufbahn nicht leicht gefallen. Die Leichtathletik hat mir so viele unvergessliche und emotionale Momente beschert, an die ich mich immer erinnern werde. Vom kolossalen Fehlstart bei der EM 2016 bis hin zum doppelten Paralympicssieg in London 2012", gibt der Salzburger Einblick in seine Gedanken. 2012 in London krönte sich Matzinger über 400 und 800 Meter zum Paralympicssieger, 2016 ließ er Bronze über 400 Meter folgen. 2013 und 2017 holte er bei den Weltmeisterschaften jeweils Gold über 400 Meter, hinzu kamen eine WM-Silber- und eine Bronzemedaille. Mit dem EM-Titel über 400 Meter 2018 komplettierte er seine Titelsammlung. In den Jahren davor eroberte das Aushängeschild zwei EM-Silbermedaillen.

Die Erfolge auf der Laufbahn sollen ihn für die sportliche Zukunft beflügeln: "Trotzdem möchte ich sportlich ein neues Kapitel aufschlagen. Durch die zwei neuen Disziplinen habe ich den Ehrgeiz und die Freude am Sport wiedergefunden, die es braucht, um jeden Tag konsequent zu trainieren und Top-Leistungen zu erreichen." Und das Laufen bliebt ihm als Teildisziplin des Triathlons schließlich erhalten. Die Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen sei für Matzinger "eine riesige Herausforderung und die Möglichkeit, nochmal meine Grenzen auszuloten." Nun arbeite er jeden Tag daran, an die Weltklasse anzuschließen. Das mache seine neue Aufgabe "so spannend". Unterstützt wird der 32-Jährige auf dem Weg nach Tokio von Trainer Franz Lugstein, der die komplette Trainingsplanung übernimmt. "Beim Lauftraining lässt er mich allerdings ein Wörtchen mitreden", betont der Salzburger lächelnd. Mit Wüstenrot, Kornspitz, Suzuki Austria, Radsport Angerer und adidas hat er weiterhin ein Sponsorenteam an der Seite, durch das eine professionelle Vorbereitung optimal möglich ist.

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