Tennis: Ein Juni für die Geschichtsbücher

Auf dem Tennisplatz stehen zahlreiche Tennis-Spielerinnen mit Amputationen. Sie halten die Flagge ihres Herkunftslandes in die Kamera.
Internationales Ausrufezeichen: Team Austria kann auf erfolgreiche Wochen zurückblicken. © Wolfgang Bliem

Der Juni 2024 wird Österreichs Tennis-Assen mit einer Amputation lange in Erinnerung bleiben: Sowohl bei den Welt- als auch Europameisterschaften holt Team Austria zahlreiche Medaillen.

Doppelsieg bei der WM

Von 20. bis 23. Juni fanden in Turin die ersten Para Standing Tennis World Championships statt. Rund 100 Sportlerinnen und Sportler aus der ganzen Welt, von Japan, über die USA bis Brasilien, nahmen an dem Turnier teil. Österreich reiste mit einer 9-köpfigen Delegation nach Italien: Andreas Reiter, Stefan Schranz, Wolfgang Bliem, Rene Gutdeutsch, Ferdinand Mader, Matthias Höll, Gerhard Walch, Cynthia Hoffmann und Gisela Danzl gingen bei der WM auf Medaillen-Jagd. 

Und das mit großem Erfolg: Cynthia Hoffmann aus Wien holte sich in der Kategorie PST 2 (Unterhalb des Knies amputiert oder zerebral gelähmt mit ähnlichem Mobilitätsgrad) sensationell den Weltmeistertitel. Auch der Vizemeister-Titel ging an Österreich: Gisela Danzl komplettierte den rot-weiß-roten Doppelsieg mit der Silbermedaille. 

Andreas Reiter aus Oberösterreich triumphierte in der Consolation-Runde gegen den Engländer Matthew Ellis und Ferdinand Mader aus Tirol kämpfte sich bis ins Consolation-Finale vor, musste jedoch verletzungsbedingt aufgeben. 

Welt- und Vizeweltmeisterinnen: Cynthia Hoffmann und Gisela Danzl © Wolfgang Bliem
Team Austria in Barcelona: v.l.n.r. Wolfgang Bliem, Gisela Danzl, Andreas Reiter, Gerhard Walch, Ferdinand Mader und Matthias Höll; © Wolfgang Bliem

Medaillenregen bei der EM

Bereits eine Woche vorher hatten Österreichs Tennis-Asse mit Amputation allen Grund zum Jubeln: Bei den ersten offene Europameisterschaften im Para-Standing-Tennis, die von 15. bis 17. Juni 2024 in Barcelona stattfanden, holte Team Austria gleich fünf Medaillen. Mit Wolfgang Bliem, Gisela Danzl, Andreas Reiter, Gerhard Walch, Ferdinand Mader und Matthias Höll reisten sechs heimische Athletinnen und Athleten nach Spanien. 

In der Klasse PST 2/3 sicherte sich Vizeweltmeisterin Gisela Danzl hinter der Chilenin Martina Siebert und der Engländerin Georgia Routledga die Bronzemedaille. 

In der Klasse PST 1 (Behinderung der oberen Gliedmaßen oder ähnliche Beeinträchtigung ) holte der Oberösterreicher Andreas Reiter ebenfalls Bronze. In der Klasse PST 2 schafften sowohl der Salzburger Matthias Höll als auch der Tiroler Wolfgang Bliem den Schritt aufs Stockerl – zwei weitere Bronzemedaillen am rot-weiß-roten Konto. 

Beim Herren-Doppelwettbewerb stießen Matthias Höll und Wolfgang Bliem bis Ins Halbfinale vor und gewannen eine weitere Bronzemedaille. 

Die österreichische Delegation trat mit fünf Bronzemedaillen im Gepäck die Heimreise an und feierte damit eine sehr erfolgreiche Premiere bei diesem Turnier.

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