Raus aus der Isolation: Vorarlbergs Karate-Tiger

Karatelehrer Stefan Mayr posiert mit sechs Down Syndrom Sportlern in einer Turnhalle. Sie alle tragen ihre weißen Kampfanzüge.
Stefan Mayr und seine motivierten Karatekas © Karate Bregenz

2019 startete Karate-Lehrer Stefan Mayr ein besonderes Projekt. 
Er wollte herausfinden, wie Karate Menschen mit Down-Syndrom hilft. 
Sechs Jahre später gibt es daraus eine feste Trainingsgruppe. 
Die Gruppe trainiert zwei Mal pro Woche.

Ein EU-Projekt als Start

Auf der Webseite von KARATE BREGENZ sieht man: Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Behinderung werden gleich behandelt. 
Alle sind willkommen. 
Der Verein ist freundlich und familiär.

Stefan Mayr ist der Chef vom Verein. 
Er macht Karate seit 1984 und leitet die Karate-Schule seit 12 Jahren. 
Er sagt: „Karate kann helfen, fit zu bleiben, Wettkämpfe zu machen oder sich zu verteidigen. 
Es kommt darauf an, was man will.“

2019 nahm Mayr mit seinem Team an einem EU-Projekt teil. 
Thema: Karate für Menschen mit Down-Syndrom und anderen Beeinträchtigungen. 
Das Projekt kam von der Sport-Uni in Rom. 
Der Verein arbeitete mit vier anderen Ländern zusammen. 
Drei Jahre lang wurde untersucht, was das Karate-Training bewirkt. 
 

Mehr als nur Sport

Die Ergebnisse waren sehr gut. 
Es wurden Gleichgewicht, Bewegung und Koordination getestet – 
einfache Übungen wie Ball-Trippeln, Springen oder Hüpfen. 
Durch das Training wurden die Bewegungen besser. 
Auch das Denken und Lernen wurde verbessert.

Damals trainierten 15 Menschen mit Down-Syndrom zweimal pro Woche.
Später wurde der Verein Partner vom Vorarlberger Behindertensportverband und gründete eine eigene Sektion.

Stefan Mayr ist stolz. Er sagt:
„Die Gruppe ist jetzt 20 Personen groß. 
Alle haben Spaß am Training. 
Für mich ist das Schönste, ihre fröhlichen Augen beim Sport zu sehen. 
Für viele ist Karate das Highlight der Woche.“

Lernen und wachsen

Mayr und sein Team mussten erst lernen, wie man Menschen mit Down-Syndrom richtig unterrichtet. 
Sie machten Schulungen und sprachen mit Trainern und Eltern.

Die Sportlerinnen und Sportler waren sehr unterschiedlich. 
Einige konnten viele Liegestütze machen, andere hatten Schwierigkeiten, die Hand zu schließen.
Jeder wurde einzeln unterstützt.

Gemeinschaft im Verein

Die Gruppe ist ein wichtiger Teil vom Verein. 
Menschen mit und ohne Behinderung trainieren zusammen. 
Es gibt keine Berührungsängste. 
Alle sollen sich wohlfühlen und den Rückhalt vom Verein spüren.

Gemeinsames Training und Veranstaltungen sind sehr wichtig. 
Inklusion wird aktiv gelebt. 
Die Zusammenarbeit mit allen Trainern und Sportlern ist für alle bereichernd.

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