
Boccia: Als Schiedsrichter um die Welt
Florian Silbernagl bekleidet eine besondere Rolle im Verband: Er ist Boccia-Schiedsrichterreferent beim ÖBSV. Eine sehr spezielle Aufgabe, die viele Know-how und Einsatz erfordert. Wie es dazu kam, erzählt uns der sympathische Tiroler im Interview:
Servus Florian, wie bist du zum Para-Boccia gekommen?
FS: 2016 habe ich im Zuge des Zivildienstes in einer Behinderten-Einrichtung gearbeitet. Wir haben im Rahmen der Physiotherapie auch immer wieder Boccia gespielt. Daraus hat sich ein regelmäßiges Boccia-Training entwickelt und ich habe unsere Spielerinnen und Spieler dann auch zu drei bis vier Turnieren im Jahr begleitet. Nachdem ich mit dem Zivildienst fertig war, gab es niemanden, der die Boccia-Gruppe weiterhin betreut hätte. Also hab ich ehrenamtlich weitergemacht und zu zweit haben wir dann Trainings in Tirol veranstaltet.
Wie war dein Werdegang vom Trainer zum Schiedsrichter?
FS: Wir haben uns damals gedacht, wenn wir schon die Trainings organisieren und die Teams begleiten, wäre die Schiedsrichter-Ausbildung sicherlich keine schlechte Idee. Dabei gibt es drei verschiedene Ebenen: fürs Bundesland, national und international. Wir haben die Wochenenden genutzt, um in Wien die nationale Schiedsrichter-Ausbildung zu machen.
Du hast auch die internationale Schiedsrichter-Ausbildung, wie kam es dazu?
FS: Als der ÖBSV beschloss, Boccia als Schwerpunkt-Sportart zu fixieren, fehlte ein Schiedsrichter mit internationaler Lizenz. Unsere heimischen Athletinnen und Athleten sollen wieder vermehrt an internationalen Bewerben teilnehmen. Da ist es sicher ein Vorteil, Schiedsrichter mit internationaler Ausbildung und Erfahrung in den eigenen Reihen zu haben. Also wurde ich gefragt, ob ich Lust dazu hätte. 2019 fand die Ausbildungswoche in Portugal statt, das war schon extrem lässig. Mittlerweile fahre ich ein bis zweimal im Jahr auf internationale Turniere wie z.B. nach Dubai oder heuer nach Polen. Dort trifft man immer dieselben, netten Leute. Die Boccia-Community ist super.
Wie sieht deine Arbeit im Verband aus?
FS: Ich trainiere einmal die Woche die Aktiven aus Tirol, bin bei fast allen nationalen Turnieren dabei, als Schiedsrichter, aber oft auch in anderer Funktion. Man muss da flexibel sein. Bei Turnieren geht es oft um einfache Dinge wie das Organisieren der Wurstsemmeln oder das Helfen beim Erstellen des Spielplans. Dank meiner Ausbildung darf ich neue Schiedsrichter ausbilden, ich halte Fortbildungen zu Trainingsmethoden und Reglements, national wie international.
Wie unterscheiden sich nationale und internationale Turniere?
FS: Bei den internationalen Turnieren dauert alles viel länger und alles ist deutlich strenger geregelt. Vor jedem Spiel werden die Kugeln abgemessen und abgewogen. Jeder/m Athletin bzw. Athleten werden eigene Plätze zum Aufwärmen und Einspielen zugewiesen. Unsere Boccia-Szene ist noch sehr überschaubar, da finden sich alle selbst ein Plätzchen.
Was macht die Faszination der Sportart für dich aus?
FS: Die Spieler und Spielerinnen sowie deren Betreuerinnen und Betreuer sind allesamt nette, freundliche Leute. Wir kennen einander und helfen zusammen. Es herrscht ein entspannter, respektvoller und lockerer Umgang. Das ist auch für uns Schiedsrichter angenehm, weil alle einfach nur Boccia spielen wollen. Es gibt keine Diskussionen, keine Regelverstöße oder Ähnliches. Alle sind froh, dass sie gemeinsam Sport machen und das funktioniert prächtig.
(ÖBSV 2023)







![[Translate to Deutsch (Leichte Sprache):] Gruppenfoto. Zahlreiche Personen, viele davon in E-Rollstühlen haben sich für ein Gruppenfoto vor einem grünen Zaun aufgestellt und jubeln in die Kamera. Viele Personen haben beide Arme in die Höhe gestreckt.](/fileadmin/_processed_/0/6/csm_IMG_8976_9bf2fd5423.jpeg)
![[Translate to Deutsch (Leichte Sprache):] Zwei Gruppen stehen sich gegenüber und halten sich am selben Seil fest. Sie stehen auf einer Wiese und warten auf das Signal zum Ziehen.](/fileadmin/_processed_/8/e/csm_IMG_5341_0fb622870a.jpg)
![[Translate to Deutsch (Leichte Sprache):] Fünf Personen sitzen und stehen auf einer Bank und blicken in die Kamera. Hinter ihnen ein Alpenpanorama mit Berglandschaften, Wanderwegen und Wäldern.](/fileadmin/_processed_/3/b/csm_IMG-20250812-WA0020_723486cddd.jpg)
![[Translate to Deutsch (Leichte Sprache):] Christian Schimpl sitzt in seinem E-Rollstuhl. In seiner linken Hand hält er eine Silbermedaille in die Kamera. Er hat blondes Haar, trägt eine Brille und ein weiß-rotes T-Shirt mit dem Logo des Paralympischen Committee. Im Hintergrund ist eine Sponsorenwand.](/fileadmin/_processed_/0/9/csm_GEPA-20250727-101-156-0165-2_677e577b13.jpg)
![[Translate to Deutsch (Leichte Sprache):] Ein junge Dame im Rollstuhl nutzt einen Becher voller Wasser, um einen Herren abzuspritzen. Beide lachen dabei und befinden sich auf der Laufbahn des Bundesportzentrums.](/fileadmin/_processed_/8/8/csm_Familiensportwoche_630_c2b34bdaae.jpg)
![[Translate to Deutsch (Leichte Sprache):] Gruppenfoto bei den Youth Games: Team Austria steht vor einer Werbewand, auf der das Maskottchen, eine Katze, abgebildet ist. Christian Schimpl steht in seinem E-Rollstuhl im Vordergrund, dahinter reihen sich die Sportler und Betreuer auf.](/fileadmin/_processed_/e/d/csm_GEPA-20250727-101-156-0184-2_5801a37593.jpg)
![[Translate to Deutsch (Leichte Sprache):] Gruppenfoto der Sportwochen-Steilnehmer. Die Sportlerinnen und Sportler sowie das Betreuerteam auf einem Gruppenfoto auf einer Wiese. Die Teilnehmenden halten Urkunden in die Kamera und lachen. Im Hintergrund zeichnet sich ein Wald ab und dahinter die Berge.](/fileadmin/_processed_/2/e/csm_image00002_c0befe5286.jpeg)
![[Translate to Deutsch (Leichte Sprache):] [Translate to Deutsch (Leichte Sprache):] Das Bild ist eine Zusammenstellung der drei Athletinnen und Athleten. Links ist Christian Schimpl in seinem E-Rollstuhl. Er trägt ein blaues Shirt, hat blonde Haare und eine Brille. In der Mitte Noah Rainer: er hat dunkles Haar einen Oberlippenbart und trägt eine Goldmedaille um den Hals. Seine rechte Hand ist amputiert. Rechts ist Sarah-Maria Baumegger: Sie trägt eine Goldmedaille um den Hals und hält in jeder Hand einen Pokal. Sie hat blondes Harr zu einem Zopf gebunden und lacht in die Kamera.](/fileadmin/_processed_/d/d/csm_YG2_4d61400406.png)
![[Translate to Deutsch (Leichte Sprache):] Michael Kiefler fährt in seinem E-Rolli in die Sporthalle ein, auf seinem Rolli ist eine rot-weiß-rote Österreich-Fahne montiert. Neben ihm geht seine Assistentin Marie-Therese Plass. Vor ihnen geht eine Dame mit einem Schild in der Hand auf dem Austria steht.](/fileadmin/_processed_/2/6/csm_9-07-72_eb49e98488.jpg)
![[Translate to Deutsch (Leichte Sprache):] Die Schülerinnen und Schüler haben sich auf der roten Laufbahn für ein Gruppenfoto mit den Trainerinnen und Trainern versammelt. Manche sitzen im Rollstuhl, manche stehen. Dahinter befindet sich eine große Wiese mit Bäumen.](/fileadmin/_processed_/f/7/csm_WhatsApp_Image_2025-07-04_at_10.54.03__4__295a8de51d.jpg)