Klassifizierung im Fokus: Zwischen Fairness und Verantwortung

Ein Mann im Rollstuhl spricht leidenschaftlich während einer Besprechung, während eine Frau aufmerksam zuhört.
Tom Geierspichler sprach über die Klassifizierung aus Sportlersicht. © ÖBSV Baubinder

Am Wochenende trafen sich viele Vertreterinnen und Vertreter von Sportarten und Organisationen aus Österreich. 
Sie sprachen über ein wichtiges Thema im Behindertensport: die Klassifizierung.

Ein Job mit großer Verantwortung

Klassifiziererinnen und Klassifizierer haben eine sehr wichtige Aufgabe im Behindertensport. 
Sie tragen große Verantwortung. 
Sie ordnen alle Sportlerinnen und Sportler in Klassen ein, sobald Wettkämpfe stattfinden. 
So sollen die Wettkämpfe fair sein.

Klassifizierung ist kompliziert. Jede Behinderung ist anders, wie die Menschen selbst. 
Darum ist es nicht einfach, die richtigen Klassen zu bilden.

Der ÖBSV organisierte ein Symposium, um über Klassifizierung zu sprechen. 
Alle wichtigen Personen aus Österreich wurden eingeladen.
Sie diskutierten viele Fragen:

  • Wie kann Klassifizierung in Österreich verbessert werden?
  • Welche Fortbildungen gibt es?
  • Wie können Klassifiziererinnen, Klassifizierer und Athletinnen vernetzt werden?
  • Wie kann man junge Menschen für Klassifizierung begeistern?

Viele Menschen kamen. Es gab viele spannende Diskussionen von Anfang an.

Vorträge und Einblicke

Heinz Zwerina, Verbandsarzt vom ÖBSV, erklärte die Grundlagen der Klassifizierung. 
Er erklärte auch den Unterschied zwischen Eligible Impairments und Non-Eligible Impairments:

  • Eligible Impairments sind anerkannte Behinderungen, zum Beispiel Querschnittslähmung, Amputationen, Zerebralparese oder Sehbehinderung. Menschen mit diesen Behinderungen dürfen an Wettbewerben teilnehmen.
  • Non-Eligible Impairments sind Einschränkungen wie Asthma. Diese erlauben keine Klassifizierung und keine Teilnahme im Para-Sport.

Danach erklärte Dr. Christa Walter, wie Klassifizierung im Para-Reitsport funktioniert. 
Sie erklärte auch, was man braucht, um selbst Klassifizierer:in zu werden.

Wer im Para-Reitsport klassifizieren möchte, braucht medizinische oder therapeutische Kenntnisse und Erfahrung im Pferdesport. 
Meist sind es Ärztinnen, Physiotherapeutinnen oder Physiotherapeuten mit Reitsport-Erfahrung. 
Der Einstieg erfolgt über eine nationale Ausbildung. Danach kann man auf internationaler Ebene über die FEI (Fédération Equestre Internationale) arbeiten.

Das FEI Education System hat die Stufen Trainee und Level 1 bis 4
Man braucht sehr gute Englischkenntnisse. 
Ziel ist eine faire und professionelle Klassifizierung weltweit.

Kritik aushalten und Verantwortung übernehmen

Am Samstag war Winnie Timans vom Deutschen Behindertensportverband per Video zugeschaltet. 
Sie berichtete über Klassifizierung in Deutschland.

Ein besonderes Highlight war der Beitrag von Paralympics-Sieger Tom Geierspichler
Er sprach über Klassifizierung aus Sicht der Athletinnen und Athleten.
Er berichtete auch über Betrug: Manche Sportlerinnen und Sportler lassen sich absichtlich falsch einstufen, um leichter Medaillen zu gewinnen.

Ein Beispiel: Ein Kollege tauchte plötzlich auf, stellte viele Weltrekorde auf und startete in einer zu leichten Klasse. 
Geierspieler sagt: Klassifiziererinnen und Klassifizierer müssen besonders genau hinschauen. 
Sie müssen auch Kritik von großen Verbänden oder Ländern aushalten.

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