
Badminton: Neudolt ist Österreichs alte und neue Nummer eins
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Titelverteidigung geglückt. Am 29. August sicherte sich Neudolt ihren dritten Badminton-Staatsmeistertitel bei den Hörenden in Graz. Ihr Trophäenschrank wird damit immer voller: Vize-Weltmeisterin und Europameisterin bei Gehörlosen-Titelkämpfen und drei Deaflympics-Teilnahmen (Olympische Spiele für gehörlose Menschen, Anm. d. Red.) stehen bereits zu Buche. Wir fragen nach, was als Nächstes kommen soll.
ÖBSV: Gratuliere zum Staatsmeistertitel. Es war dein dritter Titel bei den Hörenden. Wie ist es dir im Wettkampf gegangen?
Neudolt: Vielen Dank. Es war eine klare Leistungssteigerung zu erkennen, trotz einer Verletzung, die ich seit letztem Jahr habe und die mich immer wieder zurückwirft. Aber wir haben das ganz gut managen können. Ich habe keinen einzigen Satz abgegeben und die meisten Spiele unter 15 Punkten gewonnen, was eine relativ konstante Leistung war. Es war auch eine wichtige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit meinem Mentalcoach und meinem Trainer bezüglich der Kommunikation im Feld. Da haben wir viele Erkenntnisse mitnehmen können, die für die nächsten Turniere wichtig sind.
Du trittst bei gehörlosen Wettkämpfen genauso an wie bei Turnieren mit hörenden Gegnern. Gibt es große Unterschiede während eines Matches?
Bis ich 17 Jahre alt war, habe ich immer mit Hörgeräten gespielt, die sind mir dann alle zwei, drei Jahre kaputt gegangen. Jetzt trete ich ohne Hörgeräte an. Einfach aus dem Grund, weil ich für die Gehörlosen-Wettkämpfe dadurch trainiere. Ich habe mir das auch schon so antrainiert, dass ich gar nicht mehr mit Hörgeräten spielen kann, weil mich das sonst so irritiert, wenn ich dann etwas höre. Ich kann dann den Ball viel schlechter fokussieren. Wenn ich nichts höre, habe ich einen Tunnelblick auf das Feld und blende alles andere aus. Was auch noch ein Unterschied ist: Bei Gehörlosen-Wettkämpfen ist die Kommunikation komplett barrierefrei, also auch zwischen den Schiedsrichter:innen, den Spieler:innen und den Coaches. Da ist die Kommunikation mit den Hörenden schwieriger, auch das Aufbauen von Freundschaften ist schwieriger.
Neben dem Sport hältst du Vorträge über nonverbale Kommunikation – willst du dieses Standbein nach der Sportlerinnenkarriere weiter betreiben?
Ja, genau. Der Bereich nonverbale Kommunikation wird sicherlich auch weiter ein Standbein sein. Verstärkt werde ich auf die Wirtschaft zugehen und im Sportbereich bei Teams im Coachingbereich arbeiten, damit im Team und mit den Trainer:innen besser kommuniziert wird.
Welche sportlichen Ziele hast du noch? In Österreich hast du ja schon fast alles gewonnen.
Mein nächstes Ziel ist es, bei den Deaflympics 2022 eine Medaille für Österreich zu holen. Ein weiteres Ziel ist die Teilnahme bei einer Hörenden-EM. Ich war schon qualifiziert, aber dann ist mir Corona in die Quere gekommen. Bei der EM wurden die Teilnehmer:innenzahlen reduziert, sodass ich dann doch nicht teilnehmen konnte. Ein Ziel ist es, sich eventuell auch für eine Hörenden-WM zu qualifizieren, bis 2025. Darüber hinaus ist das Ziel verletzungsfrei zu bleiben bzw. zu werden, damit ich meine Leistung noch steigern kann.
Waren oder sind die Olympischen Spiele dein Ziel? An den Deaflympics hast du ja schon teilgenommen.
Auf jeden Fall waren sie mein ursprüngliches Ziel, bevor ich überhaupt die Gehörlosen-EM oder -WM gekannt habe. Also ein Wunsch oder ein Traum wäre es, sich für Paris 2024 zu qualifizieren. Das wird allerdings sehr vom Finanziellen und auch vom Körper abhängen, ob ich so fit bleibe und verletzungsfrei bin. Aber das wird sich erst 2022, 2023 herausstellen, wenn ich die Qualifikation in Angriff nehmen kann. Was ich so erfahren habe, braucht man dafür ein Budget von 15.000 bis 30.000 Euro, weil man in einem Jahr möglichst viele Turniere spielen muss, um Weltranglistenpunkte zu sammeln. Da bin ich auf der Suche nach Sponsoren, die mich auf dem Weg begleiten wollen.
Du bist auch im Nachwuchsbereich aktiv und trainierst mit gehörlosen Kindern. Wie wichtig ist dir die Nachwuchsarbeit?
Sehr wichtig, ich versuche auch Trainer:innen in der nonverbalen Kommunikation auszubilden, damit sie dann gehörlose Kinder trainieren können. Weil ich alleine kann das nicht in ganz Österreich machen. Ich bin auch der Meinung, dass gehörlose Kinder und hörende Kinder zusammen trainieren sollen, damit alle voneinander in der Kommunikation profitieren. Weil wir leben alle in einer gemeinsamen Welt und warum sollen wir nicht voneinander profitieren.
Wie bist du selbst zum Badminton gekommen?
Mit sieben oder acht Jahren durch Schulfreunde. Die Mutter einer meiner Schulfreunde war selbst Profi-Badmintonspielerin und so bin ich und auch die ganze Schule zum Badminton gekommen. Und ich bin dann halt übergeblieben (lacht). Ich habe parallel auch Handball gespielt und Fechten ausprobiert. Das Badmintontraining war das anstrengendste und am anspruchsvollsten und dann bin ich beim Badminton geblieben.
Danke für das Interview. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg.
Erstellt von Sebastian Reiter







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