Boccia: Das Unmögliche möglich gemacht

Die beiden Spielerinnen und Spieler Michael Kiefler und Steffi Proßegger sitzen in ihren E-Rollis mit der Bronzemedaille um ihren Hals. Proßegger hält einen goldenen Pokal in der linken Hand. Dahinter stehen ihre Betreuerinnen und ihr Coach. Alle lachen in die Kamera.
Strahlende Gesichter, Medaillen und ein Pokal - für Österreichs Para-Boccia-Team hat sich der Auftritt in Polen bezahlt gemacht. © Privat

In den vergangenen Tagen traf sich die Para-Boccia-Szene zum Weltcup in Polen. Österreichs Power-Duo, Michael Kiefler und Steffi Proßegger, wusste im Team zu überzeugen.

Die Boccia-Elite in Polen

Der traditionelle World Boccia Challenger in Posen lud auch heuer wieder Sportlerinnen und Sportler aus 20 Ländern nach Polen ein, darunter Kanada, Kasachstan oder Israel. Österreich durfte natürlich nicht fehlen: Für Rot-Weiß-Rot gingen Routinier Michael Kiefler und Newcomerin Steffi Proßegger gemeinsam mit ihren Begleiterinnen Summer Miskov und Marie-Therese Plass sowie Trainer Bernhard Gutternig an den Start. 

Das hochkarätige Teilnehmerfeld ist wie jedes Jahr stark besetzt und mit Paralympics-Athletinnen und -Athleten gespickt. Unter dem Motto „vIel Feind, viel Ehr“, nimmt Team Austria die Herausforderung selbstbewusst an. 

Steffi Proßegger im Turnier. © Poznan 2024 World Boccia Challenger
Michael Kiefler im Turnier. © Poznan 2024 World Boccia Challenger

An der Sensation gekratzt

Steffi Proßegger bekommt es in der Vorrunde mit Sally Kidson (GRB), Sonia Heckel (FRA) und Laura Utero (ESP) zu tun. Im Auftakt gegen die spätere Turnier-Siegerin und Nummer 1 der Welt, Sonia Heckel, muss sich die Wienerin nur sehr knapp mit 3:4 geschlagen geben. Gegen Sally Kidson setzt es im zweiten Spiel eine deutliche 1:7-Niederlage. Im Duell mit Laura Utero zeigt Proßegger, dass sie auf die große Bühne gehört und gewinnt ihr erstes internationales Spiel mit 3:2. Mit Platz 3 in ihrer Gruppe verpasst sie knapp den Aufstieg ins Viertelfinale. 

Michael Kiefler trifft in der Vorrunde auf den Franzosen Jules Menard und den Kanadier Alexandre Lemaire. Im Gegensatz zu seinem Auftritt in Zagreb findet Kiefler diesmal zu wenige Mittel, um seinen Gegner die Schneid abzukaufen. Mit zwei Niederlagen aus ebenso vielen Spielen muss auch der Dauerstaatsmeister schon in der Vorrunde die Segel streichen. „Das Einzel verlief leider nicht wie erhofft. Ich war in einer Dreiergruppe mit zwei sehr starken Kontrahenten, wobei ich ein Spiel erst im Entscheidungssatz verloren habe“, lässt Kiefler sein Vorrunden-Aus Revue passieren, den Blick nach vorne gerichtet: „Aber ich bin bereit, mich voll und ganz auf die Pairs-Spiele zu konzentrieren und mit voller Stärke anzutreten.“

Seid ihr bereit? Teamarbeit!

Und das Doppel Kiefler / Proßegger lässt den Worten Taten folgen. Allerdings müssen sich die beiden im ersten Spiel der Gruppenphase gegen Kanada im Tie-Break geschlagen geben. Und sind damit im Duell mit Gastgeber Polen bereits zum Siegen verdammt. Mit einer überragenden Leistung gewinnt Österreich mit 4:1. Ein anschließender 14:0-Erfolg gegen Kasachstan reicht nicht, um sich das Play-Off gegen den Goldmedaillenanwärter aus Frankreich zu ersparen. Zeit, um über sich hinauszuwachsen. Das Viertelfinale gewinnt unser Duo sensationell mit 3:2: „Wir haben gegen hoch-favorisierte Franzosen das Unmögliche möglich gemacht. Und das bei unserem zweiten gemeinsamen Auftritt“, zeigt sich Kiefler glücklich. 

Im Halbfinale gegen Großbritannien ist das Glück auf Seiten der Gegner, die mit 3:2 das bessere Ende für sich haben. Im Spiel um Platz 3 lässt Team Austria nichts anbrennen, schlägt die als Nummer 1 gesetzten Polen mit 5:2 und belohnt sich mit der Bronzemedaille für ein tolles Turnier. Österreich darf sich auf eine rosige Zukunft im Para-Boccia freuen, wie Michi Kiefler bestätigt: „Wir haben erneut gezeigt, was wir können und dafür viel Applaus und Lob geerntet. Wir wissen, wie viel Potenzial in uns steckt.“

Ein grandioses Team © Thomas Szwajkowski

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