Sportwochen: Spontanität macht sich bezahlt

Skifahrer in leuchtenden Westen posieren fröhlich vor einer malerischen Berglandschaft mit schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund.
18 blinde und sehbehinderte Sportler trainieren mit Guides bei besten Bedingungen und erleben starke Gemeinschaft. © Privat

Unter der sportlichen Leitung von Josef Vogel (selbst dreimaliger Teilnehmer Österreichs bei Olympischen Spielen) trainierten 18 blinde und sehbehinderte Sportlerinnen und Sportler gemeinsam mit ihren 18 Guides Ende Jänner 2026 in Ramsau am Dachstein.

Ein Bericht von Mathias Fleischer

Spontane Teilnahme und neue Herausforderungen

Nach meiner ersten Langlaufwoche im Dezember stand für mich noch nicht fest, dass so bald eine zweite folgen würde. Umso spontaner und erfreulicher war es, dass ich kurzfristig einspringen konnte, da ein anderer Sportler ausfiel. So führte mich meine zweite Langlaufwoche vom 25. bis 31. Jänner nach Ramsau am Dachstein.

Schon bei der Ankunft war klar: Diese Woche würde sich deutlich von der ersten unterscheiden. Die Grundlagen waren bereits vorhanden, sodass von Beginn an wesentlich mehr Kilometer gelaufen wurden. Der Fokus lag weniger auf dem Kennenlernen der Technik, sondern vielmehr auf deren Anwendung und Verfeinerung sowie auf dem Ausdauertraining. Die täglichen Einheiten waren fordernd, aber genau das machte ihren Reiz aus. Trotz der hohen Belastung fühlte sich das Laufen zunehmend effizienter und kontrollierter an.

Ideale Bedingungen und hohe Motivation

Das Wetter zeigte sich die gesamte Woche von seiner besten Seite. Teilweise sonnige Tage und durchgehend gute Loipenverhältnisse sorgten dafür, dass jede Einheit ein echtes Genusstraining war. Man merkte deutlich, wie gute Bedingungen und der stetige persönliche Fortschritt zur Motivation beitragen können – selbst dann, wenn die Beine langsam schwer wurden.

Regeneration zur richtigen Zeit

Am Mittwochnachmittag legten wir bewusst eine gemeinsame Pause ein. Diese Unterbrechung tat allen gut, gab Zeit zur Regeneration und zum Durchatmen und half dabei, für die zweite Wochenhälfte neue Energie zu sammeln. Gerade bei einer intensiven Trainingswoche ist ein solcher Ruhemoment nicht nur angenehm, sondern auch notwendig.

Verpflegung und Gemeinschaft

Wie schon bei meiner ersten Langlaufwoche funktionierte auch diesmal die Versorgung mit Essen ausgezeichnet. Die Mahlzeiten waren zuverlässig, reichhaltig und genau das, was man nach langen Stunden auf der Loipe braucht. Es fehlte uns an nichts, und die Energie für die nächsten Trainingseinheiten war stets gesichert.

Auch abseits der Loipe war diese Woche wieder sehr angenehm. An den Abenden saßen wir zusammen, unterhielten uns oder spielten gemeinsam Kartenspiele. Den gelungenen Abschluss bildete der gesellige Abschlussabend am Freitag, der von viel Humor, guter Stimmung und vielen gemeinsamen Gesprächen geprägt war. Nach einer intensiven Woche auf den Skiern war dieser Abend ein schöner Moment, um die Erlebnisse Revue passieren zu lassen und die gemeinsame Zeit würdig ausklingen zu lassen.

Persönliches Fazit

Mein Fazit nach dieser zweiten Langlaufwoche: Der kurzfristige Einsprung hat sich mehr als gelohnt. Ich konnte meine Ausdauer deutlich steigern, mehr Sicherheit auf den Skiern gewinnen und erneut erleben, wie viel Freude Langlaufen in einer gut begleiteten Gruppe machen kann. Die Langlaufwoche in Ramsau hat dabei einen bleibenden Eindruck hinterlassen – sportlich wie auch gemeinschaftlich.

Dank

Zum Schluss bleibt noch ein großer Dank an die Organisatoren sowie ein besonderer Dank an alle Guides, die uns eine ganze Woche lang fürsorglich begleitet haben.

Starke Leistung

An den sechs Trainingstagen lief der sehbehinderte Christian mit seiner Begleitläuferin Katerina 187 km im Skatingstil!

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