Sportschießen: Inklusiver Meilenstein bei den Staatsmeisterschaften

Ein sportlicher Mann im Rollstuhl zielt mit einer Luftpistole auf eine Zielscheibe, während er konzentriert bleibt.
Sowohl die Luftpistole als auch Ziel Staatsmeistertitel fest im Griff und Visier: Lom Ali Usmaew in Wolfsberg. © Tina Neururer, ÖSB

Eine gemeinsame Leidenschaft und ein inklusives Ausrufezeichen: Zum ersten Mal in der langen Geschichte des Sportschießens gingen am Wochenende in Kärnten die besten Sportschützinnen und -schützen mit und ohne Behinderung gemeinsam bei den Staatsmeisterschaften auf die Jagd nach Ringen und Medaillen.

Ein gelungener Einstand

Geschlossen und mit einem klaren Ziel präsentierten sich am Wochenende die besten Sportschützinnen und -schützen Österreichs in Wolfsberg - mit und ohne Behinderung gleichermaßen. Erstmals waren auch die Para-Sportlerinnen und -sportler im Rahmen der Staatsmeisterschaften des Österreichischen Schützenbundes am Start. Insgesamt traten in Kärnten rund 1000 Schützinnen und Schützen an, darunter 18 Para-Sportlerinnen und -sportler.

“Unsere Athletinnen und Athleten haben es wirklich super gefunden. Normalerweise schießen wir bei den Staatsmeisterschaften in einem sehr familiären Rahmen; dieses Event mit 1000 Teilnehmenden war schon eine andere Kategorie”, erzählt Schütze Johann Windhofer und erklärt die Unterschiede zu den Wettkämpfen davor: “Sicher war es anfangs eine Umstellung. Vor allem die Sportlerinnen und Sportler mit Sehbehinderung mussten mit einer höheren Umgebungslautstärke umgehen. Mit zusätzlichem Gehörschutz hat das jedoch gut funktioniert. Insgesamt war die Veranstaltung aber eine deutliche Aufwertung, etwa durch die große Siegerehrung – das kannten viele so noch nicht.”

Person mit Schutzbrille und roter Schießjacke zielt mit einem Gewehr auf eine Schießanlage, daneben steht eine weitere Person in rotem Oberteil
© Tina Neururer, ÖSB
Zwei Schützen in Wettkampfkleidung mit Gewehren sitzen an einem Tisch und zielen auf eine elektronische Zielscheibe
© Tina Neururer, ÖSB

Startschuss in die Staatsmeisterschaften

Der Tiroler Thomas Unterrainer gewann die Kategorie Luftgewehr SH1/R1 (stehend, mit zwei gesunden Händen) souverän mit 575,4 Ringen vor Robert Walker. In der Kategorie Luftgewehr SH2/R4 (stehend, mit Einschränkung an zumindest einer Hand) dominierte der Salzburger Johann Windhofer mit 621,3 Ringen vor Heidi Oberhauser und Paralympics-Teilnehmer Josef Pacher. In der Klasse Luftgewehr VIS (stehend für Sehbehinderte) sicherte sich Andreas Lamfalusi aus Tirol mit 422,5 Ringen den Sieg vor Bernhard Pichler und Andrea Piribauer.

Den Bewerb Luftpistole SH1/P1 (mit Behinderung jeglicher Art) entschied der Wiener Lom Ali Usmaew mit 557 Ringen für sich, vor Jochen Szorger und Andreas Gratt.

Tag der Revanche

Im Luftgewehr SH2/R5 (liegend) gelang Josef Pacher am darauffolgenden Tag mit starken 636,4 Ringen die Revanche: Er verwies Johann Windhofer auf Rang zwei und Heidi Oberhauser auf Rang drei. Auch in der Kategorie Luftgewehr SH1/R3 (liegend) kam es zu einem Führungswechsel: Diesmal setzte sich Robert Walker vor Thomas Unterrainer an die Spitze.

Einzig im Bewerb Luftgewehr VIP (liegend für Sehbehinderte) blieb alles wie gehabt: Dort holte sich Andreas Lamfalusi mit 593,4 Ringen vor Bernhard Pichler und Josef Maisser den zweiten Titel und damit den Doppelpack. Die Kategorie Luftgewehr VI ALP (stehend aufgelegt für Sehbehinderte) gewann Kevin Leeb mit 614,9 Ringen vor Erwin Frühwirt.

"Ich bin sehr froh, dass wir den Schritt gewagt haben. Es war eine gelungene Premiere. Wir haben in Kärnten viele tolle Gespräche geführt und ich hoffe, dass wir nächstes Jahr wieder mit dabei sind", zieht Staatsmeister Johann Windhofer ein positives Fazit.

Finde alle Ergebnisse hier!

Person im Rollstuhl mit Schießjacke hält ein Luftgewehr und zielt sitzend an einem Tisch mit Monitor im Hintergrund
© Tina Neururer, ÖSB
Person im Rollstuhl schießt mit einer Pistole auf eine Schießanlage mit mehreren Zielscheiben
© Tina Neururer, ÖSB
Drei Personen in roten Sportjacken mit Medaillen um den Hals und Urkunden in der Hand vor einer Wand mit Vereinslogos
© Tina Neururer, ÖSB

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