Ein Vater, ein Sohn und das Skateboard
Wien im Oktober: Es regnet, und am Wiener Gürtel ist trotz Herbstferien gut was los. Unweit der U6-Station Gumpendorfer Straße befindet sich in einem Wohnhaus eine blaue Tür, die zu einer Wendeltreppe hinunter in den Keller führt. Es ist laut – immer wieder hört man Holz auf Holz krachen, Metall auf Metall schlagen. Kenner wissen sofort: Hier wird geskatet. Zwischen Ziegelwänden haben leidenschaftliche Skater auf engstem Raum drei Halfpipes in unterschiedlichen Größen aufgebaut. An den Wänden hängen E-Gitarren und Banner mit Skateboard-Brands in flammender Schrift – es riecht nach Subkultur.
Neben dem Kühlschrank sitzt der achtjährige Felix auf einer Stufe. Stück für Stück hilft ihm sein Papa Thomas in die Schutzausrüstung, ehe er selbst Helm und Schützer anlegt. Safety first. Seit Jänner 2025 ist Felix diesem Hobby verfallen. Kurz darauf hat sich auch Thomas von der Leidenschaft seines Sohnes anstecken lassen – ein neues gemeinsames Hobby, das seinen Anfang mit einer E-Mail an den Österreichischen Behindertensportverband nahm: „Wir haben den ÖBSV angeschrieben, ob es im Raum Wiener Neustadt ein Sportangebot für Felix gibt. Dann hat der Uwe die Mama von Felix angerufen und gefragt, ob wir nicht Lust hätten, mit dem Skaten anzufangen – so sind wir dazu gekommen.“
Besagter Uwe Ballon ist Bewegungs- und Informations-Coach beim ÖBSV und bietet seit vielen Jahren Skateboardkurse an. Der Wiener lebt und liebt das Skaten seit mehr als 30 Jahren. Er kennt die Szene in- und auswendig und weiß, warum gerade dieser Sport das Richtige für Felix ist. „Skateboarden hat neben der Bewegung auch eine große soziale Komponente. Man fährt gemeinsam in der Gruppe, jeder auf seinem Niveau. Man wird sofort aufgenommen und freut sich einfach füreinander, wenn jemand einen neuen Trick landet. Es gibt hier keinen Neid.“



















