Inklusiver Schulterschluss in Paris - Trio feiert EM-Debüt

Gruppenfoto von Sportlern und Betreuern in weißen und roten Sportshirts vor einer Wand mit OSV-Logos
Das Team für die EM in Paris 2026. © GEPA Pictures

Zum ersten Mal reisen die besten heimischen Schwimm-Asse mit und ohne Behinderung gemeinsam zu den Europameisterschaften nach Paris. Bei den European Aquatics Championships 2026 – den Europameisterschaften im Wassersport – schreiben Janina Falk, Andreas Ernhofer und Andreas Onea ein Stück Geschichte. 

Von 31. Juli bis 16. August gehen die Europameisterschaften im Wassersport in Frankreichs Hauptstadt über die Bühne. In den Disziplinen Schwimmen, Freiwasserschwimmen, Wasserspringen, Künstlerisches Schwimmen und High Diving kämpft Europas Elite um die Medaillen.

Zum ersten Mal entsendet der Österreichische Schwimmverband in Kooperation mit dem Österreichischen Behindertensportverband drei heimische Para-Athletinnen und Para-Athleten zu Europameisterschaften. Das Trio startet jeweils über 50 und 100 Meter Freistil.

Janina Falk: "Etwas ganz Besonderes"

“Es ist großartig, dabei sein zu können. Es wird mit Sicherheit sehr aufregend”, freut sich Janina Falk auf das Abenteuer in Paris. Vor allem das Olympic Aquatics Centre in Saint-Denis – eine der neuen Sportstätten der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 – wird für eine ganz besondere Atmosphäre sorgen, ist sich Falk sicher: “Die große Kulisse macht alles noch spannender. Das ist etwas ganz Besonderes. Ich gehe ohne große Erwartungen in die Veranstaltung, weil ich mich am liebsten überraschen lasse.” 

Für Falk ist es das nächste große Highlight in ihrer Karriere: “Diese Nominierung bedeutet mir sehr viel. Hinter diesem Erfolg stehen viele Jahre Training, Disziplin und die Unterstützung meiner Familie, meines Trainers, meines Teams und vieler Menschen, die an mich glauben. Dafür bin ich von Herzen dankbar.” Ihr Ziel für Paris? “Ich würde mich sehr über einen Platz im Finale freuen.”

Frau mit Brille und lockigem Haar spricht in Mikrofon und trägt rotes Sportshirt mit weißen Logos
Janina Falk © GEPA Pictures
Mann in rotem OSV-Poloshirt hält Mikrofon und gestikuliert während eines Gesprächs
Andreas Ernhofer © Gepa Pictures

Andreas Ernhofer: "Volle Attacke"

Für Andreas Ernhofer schließt sich in Paris ein Kreis: "Ich habe mir beim Schwimmen das Genick gebrochen, wäre fast ertrunken und dürfte eigentlich Arme und Beine nicht mehr bewegen können. Jetzt bin ich wieder im Wasser und gemeinsam mit den besten Schwimmerinnen und Schwimmern Europas bei einer Europameisterschaft dabei."

Ernhofer sieht sich dabei vor allem selbst als größten Gegner: "Ich bin eigentlich Brustschwimmer, Freistil ist nicht ganz meine Stärke. Das Motto lautet trotzdem: 'Volle Attacke'. Umso größer ist die Überraschung, wenn es aufgeht. Mein Ziel ist es, mich selbst zu schlagen und zwei neue österreichische Rekorde aufzustellen."

Andreas Onea: Bühne für den Para-Sport

Die besten Schwimmerinnen und Schwimmer auf einer gemeinsamen Bühne – unabhängig davon, ob mit oder ohne Behinderung. Andreas Onea ist lange genug im Spitzensport und weiß um die Bedeutung dieser Entwicklung: "Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Jahre im Nichtbehindertensport. Damals durfte ich gemeinsam mit den großen Stars wie Rogan oder Jukić bei Wettkämpfen starten. Ich habe mir damals gedacht: Einmal Österreich gemeinsam vertreten zu dürfen, das wäre großartig. Viele Jahre war das nicht möglich. Jetzt in Paris wird dieser Traum erstmals Realität: Wir vertreten unser Land beim selben internationalen Wettkampf auf derselben Bühne."

Gerade für den Nachwuchs sind Sichtbarkeit und Vorbilder mit Behinderung für Onea von großer Bedeutung: “Wir haben im Para-Sport einen großen Schritt geschafft. Wir werden als Profisportlerinnen und Profisportler wahrgenommen. Wir zeigen, dass wir auf diese Bühne gehören. Bisher musste man dem Para-Sport-Nachwuchs sagen: 'Ja, es ist zwar schön, dass die dort schwimmen, aber für dich ist das nicht möglich.' Nicht weil euch die Leistung fehlt, sondern weil die Strukturen nicht mit der Zeit gegangen sind. Diese Ausrede sollte im Jahr 2026 nicht mehr akzeptiert werden.

Für Onea ist die gemeinsame Teilnahme jedoch erst der Anfang: “Dass dieser Schritt heute möglich ist, dafür haben viele Menschen über Jahre hinweg gekämpft. Ihnen allen gilt mein großer Dank. Dort, wo die besten Sportlerinnen und Sportler Europas antreten, sollte auch der Para-Sport selbstverständlich vertreten sein. Diese gemeinsame Bühne ist ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung. Jetzt heißt es, weiter die Ärmel hochzukrempeln und dafür zu kämpfen, dass der Para-Sport dauerhaft den Stellenwert bekommt, den er verdient. Mein Dank gilt dem Schwimmverband, dem ÖBSV und European Aquatics, die diesen Meilenstein möglich gemacht haben. Damit gehen viele Träume in Erfüllung. Meiner hat sich heute erfüllt – und ich hoffe, dass nun viele Kinder diesen Traum ebenfalls träumen und eines Tages selbst verwirklichen können.” 

Mann mit Brille und rotem Sporttrikot hält Mikrofon und spricht vor zwei Personen in roter Sportkleidung in einem modernen Raum
Andreas Onea © GEPA Pictures

Das könnte dich auch interessieren

Alle Berichte anzeigen
Gruppe von Tennisspielern, darunter zwei Rollstuhlfahrer, steht hinter einem Tennisnetz auf einem Sandplatz

Tennis: Internationaler Showdown bei den Austrian Open im Waldviertel

Bericht lesen
Mann mit Schutzbrille und Gehörschutz sitzt an Schießstand und zielt mit aufgelegtem Luftgewehr

Sportschießen: Zielsicher und rekordträchtig – der ÖBSV Cup und die Landesmeisterschaften in Tirol

Bericht lesen
Vier Sportler in Rennrollstühlen fahren auf einer Laufbahn in einem Stadion, im Hintergrund Zuschauer und Banner mit der Aufschrift 'WANDA DIAMOND LEAGUE'

60.000 Fans im Rücken: Ludwig Malter bei der Leichtathletik-Champions-League

Bericht lesen
Zwei lächelnde Personen in Sportbekleidung stehen nebeneinander in einer Schwimmhalle

Schwimmen: Vom Pilotprojekt zum Oktopus-Schwimmschein

Bericht lesen
Zwei Männer in Rennrollstühlen mit Helmen und Sportkleidung sitzen nebeneinander auf einer Straße in der Stadt

Triathlon: Österreichischer Doppelsieg in Hamburg

Bericht lesen
Zwei lächelnde Personen im Rollstuhl mit Schutzhelmen und Knieschonern geben Daumen hoch auf einer Skateboardbahn im Freien

Sportwochen: Sport, Spiel und Spaß im Währinger Park

Bericht lesen
Gruppe von sieben Personen auf einem Tennisplatz, darunter drei Rollstuhlfahrer mit Medaillen und großen roten Gewinnschildern, im Hintergrund Banner mit Schriftzug 'win2day OPEN Tennis Staatsmeisterschaften 2026'

Rollstuhl-Tennis: Maxi Taucher erstmals Staatsmeister

Bericht lesen
Drei Männer mit Medaillen um den Hals in Sportkleidung umarmen sich lachend nach einem Wettkampf

Österreichs Para-Leichtathletik-Elite begeisterte in Klagenfurt mit elf Rekorden

Bericht lesen
Ein Athlet springt mit voller Energie in die Luft, während er sich auf den Weitsprung vorbereitet, umgeben von Zuschauern.

Starke Auftritte der Österreicher bei den Para-Meisterschaften in Dresden

Bericht lesen
Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters steht auf einer Wiese vor Bäumen und winkt in die Kamera, rechts ein gelbes Banner mit Text und Symbolen

10 Jahre Sport an der frischen Luft: „Bewegt im Park“ startet in die neue Saison

Bericht lesen
Gruppe von Menschen am Beckenrand eines Schwimmbads, die in die Kamera winken und lächeln

Spezialmodul Para-Schwimmen 2026: Intensiv gearbeitet und Erfahrungen ausgetauscht

Bericht lesen
Drei Sportler mit Medaillen posieren in Sportkleidung an einem Hallenbad, zwei sitzen im Rollstuhl, einer steht

OHNE GRENZEN: Rückblick auf die Sport Austria Finals

Bericht lesen
Mehrere Läufer in Sportkleidung sprinten auf einer Tartanbahn eines Stadions mit Zuschauern auf der Tribüne im Hintergrund

Leichtathletik: Top-Leistungen unter dunklen Wolken

Bericht lesen