Sanja Vukasinovic: Ausdrucksstark an die Weltspitze

Sanja Vukasinovic tanzt sich in Taiwan routiniert und ausdrucksstark zu einer Bronze-Medaille und auf Platz 2 der Weltrangliste.

Sanja Vukasinovic und Sabrina Gostner sind kaum zu stoppen: Die beiden Mitglieder des Wheelchairdancesportteam Austria schreiben rot-weiß-rote Sportgeschichte. Der Österreichische Behindensportverband gratuliert und fragt nach, wie es zu diesem tollen Ergebnis kommen konnte und welche Aufgaben nun bevorstehen.

Sanja, zuerst einmal Gratulation zum Gewinn der Bronze-Medaille im Single Women Freestyle bei den Beigang Para Dance Sport Open in Taiwan! Wie hast du es geschafft, so viele starke Konkurrentinnen hinter dir zu lassen?
Dankeschön! Ich habe beim Wettkampf meine Europameisterschafts-Choreografie „Diamonds are a girl's best friend“ wieder getanzt. In dieser Choreografie bin ich sehr routiniert und ausddrucksstark.

Du hast auch noch Platz 5 im Single Women erreicht, obwohl dein Start zunächst gar nicht geplant war. Hat dich diese tolle Platzierung überrascht?
Nach dem Weltcup in St. Petersburg war leider klar, dass Sabrina im September gesundheitsbedingt noch keine Wettkämpfe tanzen darf. Daher habe ich zwischen dem Wettkampf in Russland und hier jetzt Taiwan verstärkt das Single Women mittrainiert. Ich bin total zufrieden mit dieser Finalplatzierung – ich habe mich ohne Redance direkt qualifiziert, trotz des wirklich starken Teilnehmerfelds von 21 Damen aus neun Nationen.

Sanja Vukasinovic (rechts) und Sabrina Gostner (links). Foto (c) WDSFA

Wie geht es Sabrina mittlerweile?
Wir sind ein gutes Team und wenn es geht, versuchen wir uns gegenseitig zu vertreten. Unser Teammotto ist „Eine(r) für alle – alle für eine(n)“. Sabrina geht es jetzt nach ihrer Blinddarm-Operation wieder besser. Sie beginnt langsam wieder mit dem Training und wird bei den 2019 Lomianki Para Dance Sport Polish Open mit dabei sein. Ich werde dort auch in beiden Disziplinen starten und habe mir einiges vorgenommen – im Freestyle möchte ich gerne eine Medaille mit nach Hauses nehmen. Im Single Women möchte ich mich wieder direkt ins Finale qualifizieren und dann schauen wir, wie es ausgeht.

Ihr habt durch eure großartigen Leistungen beide Platz zwei in der Weltrangliste erreicht. Wie fühlt sich das an?
Zweite in der Weltrangliste zu sein ist eine tolle Leistung und super Gefühl! Wir werden weiterhin viel trainieren und bei den Wettkämpfen unser Bestes geben, dann sehen wir, was sich in der Weltrangliste zum Ende des Jahres ausgeht.

Die taiwanesische Präsidentin Tsai Ing-wen hat die Eröffnungsrede gehalten. Ist das ein tolles Zeichen für den Stellenwert, den der Para Dance Sport bereits erreicht hat?
Ja, ich finde es großartig, dass die taiwanesische Präsidentin die Zeit gefunden hat diese Veranstaltung zu eröffnen und den 200 AthletInnen aus 18 Nationen ihre Wertschätzung für ihre Leistungen und den internationalen Para Dance Sport gezeigt hat.

Ausdrucksstark und souverän: Sanja Vukasinovic in Aktion. Foto (c) Jacek Reda

Ihr müsst für den Tanzsport viel reisen: Ist das Segen und Herausforderung zugleich?
Ja, wir reisen sehr viel, sehen aber überall meistens nur Flughäfen und Sporthallen. Die Turniere sind hauptsächlich in Europa, aber auch in Asien. Es ist für uns notwendig an vielen Bewerben teilzunehmen und natürlich gut abzuschneiden, damit wir - und damit Österreich - mit unseren Leistungen in der Weltrangliste immer mit vorn dabei sind.

Vom 29.11. - 01.12. stehen die 2019 World Para Dance Sport World Championships in Bonn am Programm: Bist du schon angespannt?
Ja, ich bin total aufgeregt und wir haben ja auch nur noch acht Wochen zum Trainieren, Vorbereiten und für den Feinschliff. Eine Weltmeisterschaft ist was ganz Besonderes und ich bin sehr froh und stolz, dass ich dort dabei sein und Österreich vertreten darf.

Welches Ziel hast du dir für das Saisonhighlight gesetzt?
Freestyle ist meine stärkere Disziplin, daher habe ich mir für die WM in Bonn einen Stockerlplatz vorgenommen. Bei der letzten WM 2017 in Belgien wurde ich mit 0,941 Punkte Abstand auf Bronze knapp Vierte. Im Single Women würde ich gern im Finale mit dabei sein.

Das PDS-Nationalteam. Foto (c) WDSFA

Welchen Stellenwert hat der Tanzsport in deinem Leben?
Der Tanzsport nimmt neben meiner Familie einen sehr großen Stellenwert in meinem Leben ein. Seit elf Jahren betreibe ich diesen für mich so schönen Sport und bin international immer auf Wettkämpfen sehr erfolgreich unterwegs. Meine Highlights waren die Bronzemedaille in Kombi Latin bei der WM 2010 in Hannover sowie dreifache EM-Dritte im Single Women und zweifache Vize-Europameisterin im Single Freestyle und natürlich der Vize-Europameistertitel im Duo Freestyle.

Wer unterstützt dich wie in deiner Karriere?
In meiner Tanzkarriere unterstützt mich mit vollen 100 Prozent meine Freestyle-Trainerin Kerstin Govekar, ebenso im Single Women gemeinsam mit unserem Bundestrainer Diethard Govekar. Ich bedanke mich auf diesem Wege bei meinen beiden Trainern für ihre tolle Unterstützung in allen Bereichen. Meine Erfolge sind auch die Erfolge von meinen beiden Trainern – ohne sie wären wir alle niemals dort, wo wir heute stehen, nämlich unter den besten der Welt!

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