Premierensieger bei ÖM Amputiertentennis

Alle Fotos (c) Steirischer Behindertensportverband Herbert Sidak

Christian Graf krönte sich bei den Österreichischen Meisterschaften im Amputiertentennis zum Premierensieger. Im Finale bezwang der Villacher Seriensieger Matthias Höll.

Österreichs Tennisspieler mit Amputation schlugen bei den 30. Österreichischen Meisterschaften Maria Lankowitz in der Steiermark um die Staatsmeistertitel im Einzel und Doppel auf. Beim nationalen Jahres-Highlight wurden sämtliche Klassen zusammengelegt, insgesamt waren rund 40 SpielerInnen gemeldet. Mit Cynthia Hoffmann und Gisela Danzl standen auch zwei Frauen am Court. "Es war eine sehr gelungene Veranstaltung bei hohen Temperaturen. Am Platz hatte es bestimmt 40 Grad. Die beiden Frauen haben gegen die Männer einige Games gewonnen und sich insgesamt sehr gut geschlagen", so Gesamtleiter Josef Gutschy.

Veranstaltet wurden die Meisterschaften in der Freizeitinsel Piberstein vom Österreichischen Behindertensportverband, die Durchführung übernahm bereits zum dritten Mal nach 2012 und 2018 das Tennisreferat des Steirischen Behindertensportverbands.

Strahlende Gesichter bei der Siegerehrung der Amputierten-Staatsmeisterschaften.

In der oberen Rasterhälfte startete Christian Graf, der mit zwei Hüft-Totalendprothesen spielt. Mit drei Zwei-Satz-Siegen kämpfte sich der Kärntner ins Finale vor: "Es war ein sehr heißes Wochenende mit noch heißeren Spielen. Im ersten Spiel war ich noch etwas verkrampft, ich konnte mein Spiel aber von Match zu Match verbessern."  Der 49-Jährige stand im Endspiel dem bisherigen Serienmeister Matthias Höll gegenüber, der sich erwartungsgemäß in der unteren Rasterhälfte bis ins Finale spielte. Der Abtenauer ist 26-facher Para-Tennis-Staatsmeister (15 Einzel-, sechs Doppel-, fünf Mannschaftstitel) und ging als großer Favorit ins Endspiel.

Graf verlor den ersten Satz mit 2:6, konnte den Schalter dann aber umlegen. "Matthias ist ein extrem guter Spieler, im ersten Satz hatte ich überhaupt keine Chance. Im zweiten Satz konnte ich mich in das Match hineinkämpfen, im Champions Tie-Break lag ich 6:8 zurück, ehe mich ein knapper Out-Ball auf 7:8 heranbrachte und ich noch 10:8 gewinnen konnte. Das Glück, das man gegen einen so starken Gegner braucht, war auf meiner Seite."

Christian Graf durfte sich am Ende über zwei Goldmedaillen freuen.

Als Draufgabe holte sich der Villacher mit Partner Josef "Peppo" Reinwald auch noch den Sieg im Doppelfinale gegen Günther Musel und Peter Havliczek. "Gegen Matthias den Einzeltitel zu holen und noch das Doppelfinale zu gewinnen, ist einfach unbeschreiblich. Kärntner Titel habe ich schon gesammelt, die beiden Meistertitel übertreffen aber natürlich alles. Ich bin jetzt seit 2015 teil der Tennis-Familie im Amputiertensport und die Meistertitel sind mein größter Erfolg."

Auf internationale Auftritte muss Graf leider verzichten: "International darf ich mit meinen Hüftprothesen nicht bei den Turnieren für Amputierte spielen. Ich hoffe, das Reglement wird irgendwann geändert, damit ich gegen internationale Tennisspieler mit Amputation antreten kann." Am 29. und 30. August steht national die Mannschafts-Meisterschaft am Programm. Der Premieren-Meister hat für den Bewerb ein großes Ziel: "Ich möchte nochmal alles abrufen, damit unser Team am Ende ganz vorne dabei ist."

Der erst 14-jährige Moritz Trauner gilt als Zukunftshoffnung im Tennisamputiertensport.

Als besonderes Talent stach der erst 14-jährige Moritz Trauner hervor. Der junge Oberschenkelamputierte aus Zell am See spielt mit einer Leichtathletikprothese. Trauner musste gegen Peter Krehan zwar eine Erstrundenniederlage hinnehmen, gilt jedoch als große Zukunftshoffnung im Tennisamputiertensport. Gesamtleiter Gutschy: "Moritz bringt alles mit, um ein toller Spieler zu werden. Er ist groß, hat eine tolle Technik und wird uns noch viel Freude bereiten."

Das Feedback der TeilnehmerInnen war laut Gutschy überwältigend: "Es waren alle mit großer Leidenschaft dabei. Wir hatten beim TC Piberstein sechs Freiplätze beim Sporthotel, einen See zur Abkühlung sowie eine Tennishalle als Alternativspielort bei Schlechtwetter. Für alle TeilnehmerInnen und ZuschauerInnen war es ein gelungenes Event und eine großartige Werbung für unsere Sportart."

Ergebnisse 30. ÖM Amputiertentennis

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