Parasport auf dem Vormarsch bei den Sport Austria Finals

Ein Kletterer mit Augenbinde, blauem T-Shirt und weißer Hose klettert an einer Kletterwand mit bunten Griffen und schwarzen Volumen
Behindertensport auf der großen Bühne: Die Sport Austria Finals werden Jahr für Jahr inklusiver © SAF Nils Lang

Die Inklusion im österreichischen Sport schreitet weiter voran: Neben den ÖBSV-Staatsmeisterschaften im 3x3-Rollstuhlbasketball und Schwimmen bei den Sport Austria Finals in Wien integrierten auch immer mehr Fachverbände ihre Para-Sportlerinnen und -Sportler in die nationalen Meisterschaften.

Die Sport Austria Finals 2026 in Wien sind Geschichte. Das größte Multi-Sport-Event Österreichs versammelte mehr als 7.000 Athletinnen und Athleten, die in 46 Sportarten um nationale Titel kämpften. Mit Rollstuhlbasketball und Schwimmen war der ÖBSV mit zwei Bewerben vertreten. Gleichzeitig boten auch zahlreiche andere Sportverbände Sportlerinnen und -Sportlern mit unterschiedlichen Behinderungen die Möglichkeit, sich auf großer Bühne zu präsentieren. Eine äußerst erfreuliche Entwicklung für den inklusiven Sport in Österreich.

Badminton: Titelverteidigung und Premiere der stehenden Athletinnen und Athleten

Im Mittelpunkt der Badminton-Staatsmeisterschaften stand das Finale der Rollstuhlklasse, in dem Titelverteidiger Johann Färrer auf seinen Doppelpartner Daniel Kontsch traf.

Nachdem die beiden zuvor gemeinsam den Staatsmeistertitel im Doppel gewonnen hatten, lieferten sie sich im Einzel ein packendes Endspiel. Färrer gewann den ersten Satz mit 21:15 und bewies im zweiten Durchgang große Nervenstärke: Nach einem deutlichen Rückstand kämpfte er sich zurück und sicherte sich mit 21:18 die erfolgreiche Titelverteidigung.

Ein weiterer Meilenstein war die erstmalige Austragung einer stehenden Klasse bei den Sport Austria Finals. Dort setzte sich Manuel Wieser im Finale gegen Gerald Steininger durch, während Magdalena Schweiger als einzige Frau im Teilnehmerfeld die Bronzemedaille gewann.

Mit hochklassigen Spielen, emotionalen Momenten und wachsender Aufmerksamkeit für den Sport waren die Para-Badminton-Staatsmeisterschaften 2026 erneut ein Highlight der Sport Austria Finals. 

© GEPA Pictures
Drei Bogenschützen in blauen Trikots, zwei im Rollstuhl, zielen auf Zielscheiben auf einer Wiese
© Para Archery Austria

Bogensport: 100% Inklusion - Zwei Para-Schützen mischen die allgemeine Klasse auf

Da es bei den Finals 2026 keine eigene Parawertung gab, traten Michael Meier und Martin Wegerer in der allgemeinen Klasse an – und sorgten dort für Furore. Nach der Qualifikation am Freitag belegte Meier mit 674 Ringen den hervorragenden 9. Platz, Wegerer erreichte mit 661 Ringen Rang 14.

Ein besonderes Highlight folgte am Samstag im Mannschaftsbewerb: Gemeinsam mit Thomas Preisser gewann das Team Niederösterreich zunächst gegen Wien 2, musste sich anschließend knapp Oberösterreich geschlagen geben und sicherte sich schließlich mit einem 227:223-Erfolg gegen Wien 1 die Bronzemedaille. In den Einzelbewerben schied Martin Wegerer nach einem spannenden Stechen aus. Michael Meier kämpfte sich hingegen mit starken Leistungen durch mehrere Runden und erreichte das Sechzehntelfinale, wo er erst gegen Nico Wiener gestoppt wurde.

Den emotionalen Höhepunkt bildete die Medaillenübergabe auf der großen Bühne am Wiener Rathausplatz. Dass zwei Athleten mit Behinderung zu den Medaillengewinnern einer allgemeinen Staatsmeisterschaft zählen, unterstreicht eindrucksvoll die Inklusivität des Bogensports.

Darts: Drei Staatsmeister checken zu Gold

Die besten Pfeil-Artistinnen und -Artisten stellten bei den Staatsmeisterschaften ihre Zielgenauigkeit an einem ganz besonderen Ort unter Beweis: Der Spiegelsaal im Haus des Sports verlieh den Wettkämpfen ein WM-Feeling, das sonst nur den Besten ihrer Zunft vorbehalten ist.

Noch steckt Para-Darts in den Kinderschuhen. Dank des beharrlichen Engagements des Verbandes im Zeichen der Inklusion entwickelt sich die Sportart jedoch Schritt für Schritt weiter. Im Rahmen der Finals 2026 veranstaltete der ÖDV drei Bewerbe für Para-Sportlerinnen und -Sportler, aufgeteilt in drei Klassen.

In der Rollstuhlklasse sicherte sich Helmut Jost den Staatsmeistertitel. In der Stehend-Klasse gewann Paul Targyik Gold, während Andreas Krasa die Inclusio-Klasse für sich entschied.

Zwei Männer vor einem Dartscheiben-Hintergrund, einer im Rollstuhl mit Urkunde, der andere kniet neben ihm in Anzug.
© ÖDV
© SAF Nils Lang

Klettern: Starke Leistungen auf der großen Bühne

Die Staatsmeisterschaften im Paraclimbing im Rahmen der Finals boten hochklassigen Sport, internationale Beteiligung und beste Werbung für die Szene.

Vor einer starken Zuschauerkulisse sicherten sich bei den Herren die Favoriten ihre Titel. Mehrfacher Weltmeister Angelino Zeller gewann die Klasse AL1, weitere Staatsmeistertitel gingen an Daniel Wiener (RP2) und Daniel Teufl (RP1). Auch Roland Köchl (B2) und Nachwuchstalent Antonius Herzog (AU2) überzeugten mit starken Leistungen.

Bei den Frauen setzten Jasmin Plank (RP2) und Linda Le Bon (B2) Ausrufezeichen für den bevorstehenden Heim-Weltcup. Die hohe internationale Beteiligung, zahlreiche neue Gesichter und die wachsende Community unterstrichen die positive Entwicklung des Paraclimbings in Österreich. Die Staatsmeisterschaften lieferten damit nicht nur spannende Titelentscheidungen, sondern auch viel Rückenwind für die Zukunft der Sportart.

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