Para-Leichtathletik-WM: Wüstenhitze, Rosinen und Fisch

Surreale Architekturmeisterwerke mitten in der Wüste: Das ist Dubai! Foto (c) Gepa pictures/Harald Steiner

Natalija Eder, Bil Marinkovic, Ludwig Malter und Alexander Pototschnig kämpfen ab morgen in Dubai um Medaillen. Das kommt auf sie zu.

Die österreichischen Teilnehmer erwarten bei den neunten Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2019 ganz spezielle Dinge. Wir haben euch zehn herausgesucht.

1. Wüstenhitze

Ab November beginnt zwar die beste Reisezeit für Touristen, die in die Vereinigten Arabischen Emirate reisen. Richtig heiß ist es aber trotzdem: Das Thermometer kann tagsüber 30 Grad erreichen, die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch. Dies ist für Sportler, die derartiges Klima nicht gewohnt sind, definitiv eine Herausforderung. So schlimm wie bei der Leichtathletik-WM 2019 Ende September/Anfang Oktober in Doha sollte es aber nicht werden. Kollabierende Athleten, wenig Stimmung sowie ein katastrophaler CO2-Abdruck trübten die Leistungen der Sportler. Der spätere Zeitpunkt sowie das klimatisch „freundlichere“ Dubai ist aber ein großer Vorteil für die Para-Leichathleten.

2. Architektur

Größer, innovativer, spektakulärer: Der Immobilienmarkt in Dubai explodiert kontinuierlich und bringt kuriose Fakten mit sich: Jeder vierte Kran weltweit steht in Dubai, die besten Architekten der Welt können sich dank scheinbar unbegrenzter finanzieller Möglichkeiten nahezu uneingeschränkt austoben. Ein herausragendes Beispiel: Burj Khalifa, mit 829,8 Metern das höchste Bauwerk der Welt.

Das höchste Gebäude der Welt: Der Burj Khalifa. Foto (c) Gepa Pictures/Harald Steiner

3. Stadion

Um Medaillen gekämpft wird im Athletics Stadium of the Dubai Club for People of Determination. Allzu viele Bilder von den Austragungsstätten gibt es noch nicht: Man darf aber davon ausgehen, dass den Sportlern perfekte Arenen zur Verfügung stehen. Angekündigt wurde, dass alle Wettbewerbe für Sportler wie Besucher barrierefrei zugänglich sind

4. Luxus

Auch, wenn die SportlerInnen und Sportler abseits der Wettbewerbe wenig Zeit für Shopping haben werden: Möglichkeiten zum Erwerb luxuriöser Gegenstände gäbe es genug. Die zahlreichen Shopping Malls lassen keine Wünsche offen und bieten ein Sortiment, in dem so gut wie alle Luxus-Marken der Welt vertreten sind.

5. Meer

Warmes Meerwasser ist so gut wie garantiert, auch die Wasserqualität kann sich an den zahlreichen Stränden Dubais sehen lassen. In zahlreichen Buchten auch mit toller Aussicht: Die Wolkenkratzer-Skyline sorgt für besonderes Badevergnügen. Und wer kein Lust auf salziges Wasser hat, findet in den Aquaparks Action und Abwechslung – vorausgesetzt, Trainings- und Wettkampfplan lassen dies zu.

6. Moscheen

Spektakuläre Moscheen ziehen jedes Jahr Millionen Besucher aus aller Welt an – egal, welchem Glauben sie angehören. Herausragende Besucherziele sind die Zentralmoschee Dubai, die Al Farooq Omar Bin Al Khattab Moschee sowie die Al-Rahim Moschee, die sich direkt am Hafen befindet. Die größte Moschee der Vereinigten Arabischen Emirate steht aber im Nachbar-Emirat Abu Dhabi: In der Scheich-Zayid-Moschee haben bis zu 40.000 Gläubige Platz und ist dank der extrem günstigen Taxipreise auch von Dubai aus einfach und schnell zu erreichen.

Die Sheikh Zayed Grand Mosque. Foto (c) Gepa pictures/Harald Steiner

7. Organisation

Mehr als 1300 AthletInnen und Athleten mit körperlicher Beeinträchtigung aus über 100 Ländern werden in Dubai erwartet. Das erfordert natürlich aufwendige Planung, barrierefreie Infrastruktur sowie großen Einsatz aller Beteiligten. Majid Rashed, CEO des Veranstalters, verweist auf die viele Erfahrungswerte, die man mit der Organisation von großen Events wie die Para-Athletics Championships Asien/Ozeanien oder den jährlichen World Para Athletics Grand Prix sammeln konnte.  Man darf also auf reibungslose Abläufe der Wettkämpfe hoffen.

8. Kulinarik

Internationales Buffet ist natürlich vorhanden, das traditionelle arabische Essen sollte aber jeder Athlet ausprobieren. Grillspezialitäten, außergewöhnliche Gemüse- und Obstsorten sowie orientalische Gewürzkompositionen lassen jedes Menü zu einem Gaumenschmauß werden. Besonders empfehlenswert sind die diversen Kebab-Variatonen, Gambari (ein Krabbengericht) sowie Kabouli (Reisspeise mit Rosinen und Fisch).

Die Marina Bay Dubai lässt Touristen- und Sportleraugen glänzen. Foto (c) Gepa pictures/Harald Steiner

9. Ungleichheit

Das vielleicht größte Problem in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist die Ungleichheit in der Bevölkerung. Dass Dubai derart schnell zu einer Wüstenmetropole gewachsen ist, ist tausenden Gastarbeitern zu verdanken, die auf den unzähligen Baustellen im Einsatz waren. Die Hilfsarbeiter aus Bangladesch, Indien und Pakistan müssen zunächst ein Visum erwerben, das rund 2000 Dollar kosten kann. In weiterer Folge müssen sie ihre Pässe an die Arbeitgeber abgeben und verdienen laut Angaben von Human Rights Watch oft nicht mehr als 175 Dollar pro Monat, das Durchschnittseinkommen liegt bei über 2000. Eine Teufelsspirale, die zahlreiche Existenzen vernichtet und nicht unter den Tisch gekehrt werden sollte.

10. Erfolge

Der Para-Sport entwickelt sich kontinuierlich weiter, die Teilnehmerzahl an Großbewerben steigt sukzessive. Trotzdem ist den vier österreichischen Athleten zuzutrauen, dass sie mit Spitzenergebnissen und vielleicht mit der einen oder anderen Medaille nach Hause kommen. Jahrelange Wettkampferfahrung sowie Leistungssteigerungen bei den letzten Bewerben lassen auf ein erfolgreiches Abschneiden der rot-weiß-roten Sportler hoffen.

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