Para-Boccia: Ein unvergessliches Erlebnis

Christian Schimpl sitzt in seinem E-Rollstuhl. In seiner linken Hand hält er eine Silbermedaille in die Kamera. Er hat blondes Haar, trägt eine Brille und ein weiß-rotes T-Shirt mit dem Logo des Paralympischen Committee. Im Hintergrund ist eine Sponsorenwand.
Mit seiner Silbermedaille in Istanbul setzte Christian Schimpl erstmals ein Ausrufezeichen auf der internationalen Bühne. © GEPA Pictures

Christian Schimpl gilt als eines der größten Nachwuchstalente im heimischen Para-Boccia. Der Oberösterreicher nahm heuer an den European Para Youth Games in Istanbul teil und schaffte gleich den Einzug ins Finale. Im Interview erzählt uns Schimpl von seinen Erlebnissen in der Türkei, seinen Trainingseinheiten und seinen Zielen.

Christian, mit welchen Gefühlen blickst du auf die Youth Games in Istanbul zurück?
Es war eine großartige Erfahrung und ein Erlebnis, das ich in meinem Leben nie vergessen werde. Es war einfach unbeschreiblich…

Wann hast du gemerkt, dass mehr drin ist „als nur die Gruppenphase zu überstehen“, was dein eigentliches Ziel war?
Ich wusste von Anfang an, dass das erste Spiel gegen die Türkei wichtig ist. Als ich dieses gewonnen hatte, stieg mein Selbstvertrauen, und ich wusste, dass ich mithalten kann. Gegen Portugal war mir von Beginn an klar, dass es sehr schwer wird, aber auf jeden Fall machbar ist. Leider fehlte mir gegen den Portugiesen noch etwas Erfahrung. Dann sah ich mir die Tabelle an und wusste: Wenn ich das Spiel gegen Ungarn gewinne, bin ich ziemlich sicher im Halbfinale. Es war ein sehr spannendes Spiel – ich lag 0:3 hinten und konnte es noch zu einem 4:3 drehen und gewinnen. Danach war klar: Wenn ich gegen Kroatien konzentriert spiele, bin ich fix im Halbfinale.

Bei den Wettkämpfen in Istanbul © GEPA Pictures
Ein starkes Team: Christian Schimpl mit Trainerin Danila Innerlohinger und Assistentin Christina Schimpl. © GEPA Pictures

Wie schätzt du generell das spielerische Niveau bei den Youth Games ein?
Es war sehr hoch – jeder hätte jeden schlagen können.

Wie erging es dir im Finale?
Ich war sehr glücklich, bei meinem ersten internationalen Turnier im Finale gestanden zu haben. Ich wusste: Jetzt noch einmal alles geben – es könnte sogar Gold werden. Ich habe sehr stark angefangen. Nach dem ersten Satz habe ich aber schon gemerkt, dass mir die Energie fehlte. Trotzdem versuchte ich, mein Bestes zu geben. Leider ohne Erfolg, aber die Freude war trotzdem riesig, da ich Silber geholt habe.

Im November sind die Staatsmeisterschaften. Was hast du dir dafür vorgenommen?
Mein Ziel ist es, meine Leistungen von Istanbul mitzunehmen, fokussiert zu bleiben und um den Titel mitzuspielen. Ich möchte zeigen, dass meine Entwicklung weitergeht. Außerdem ist es mein Ziel, es bis ins Finale zu schaffen.

Wie oft trainierst du derzeit?
Bei mir im Ort wird derzeit die Turnhalle renoviert, deshalb kann ich dort leider nicht trainieren. Es ist sehr schwer, eine neue Halle zu finden. Im Moment trainiere ich einmal pro Woche in Linz und einmal im Monat in Wien.

Die Youth Games werden mit Sicherheit nicht dein letztes internationales Turnier gewesen sein. Kannst du dir vorstellen, wie Michael Kiefler auch auf höchstem internationalen Niveau Turniere zu spielen?
Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich nach den Youth Games noch weitere internationale Turniere spielen werde. Ich kann mir sehr gut vorstellen, auch in Zukunft auf höchstem internationalen Niveau Turniere zu bestreiten – so wie es auch Michael Kiefler macht. Es wird aber bestimmt noch schwieriger sein. Dennoch trainieren wir sehr hart, um auch dort mithalten zu können.

Christian Schimpl beim ÖBSV Cup in Schärding. © ÖBSV Baubinder

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