Selbstständig durchs Leben: KGM-Naturcamp am Kinderbauernhof in Pöttelsdorf

Zwei Gruppen stehen sich gegenüber und halten sich am selben Seil fest. Sie stehen auf einer Wiese und warten auf das Signal zum Ziehen.
Wer ist beim Seilziehen die Nummer 1? © KG-M

Zwei Tage voller Bewegung, Naturerlebnisse und neuer Freundschaften: Beim KG-M Naturcamp am Kinderbauernhof in Pöttelsdorf erlebten 13 Jugendliche Spiel, Spaß und Selbständigkeit. Von Sport und Tanz über gemeinsames Grillen bis hin zur Flusswanderung in der Wulka – das Camp bot viele unvergessliche Momente.

Aktiv im Sport, Natur erleben und Selbständigkeit entwickeln

Mit der klaren Zielsetzung, mehr Selbständigkeit zu fördern, fand vom 1. bis 2. August das KGM-Naturcamp in Pöttelsdorf statt. Sport, Natur und das gemeinsame Leben außerhalb der eigenen Familie waren die Bausteine, um die jungen Menschen dabei zu unterstützen. Für einige war es sogar das erste Mal, nicht zu Hause, sondern auswärts zu übernachten.

Am Freitagmorgen wurden die 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Kursleiterin Claudia Holzinger herzlich begrüßt. Nach der Erledigung einiger Formalitäten folgten bereits die ersten sportlichen Begrüßungsspiele. Mithilfe von Ballspielen stellten sich die Jugendlichen gegenseitig vor, merkten sich Namen und tauschten in einer „sportlichen Spielaktivität“ auch Lieblingsspeisen oder Lieblingstiere aus. Die Barrieren des Kennenlernens fielen schnell, und alle machten aktiv mit. Der erste Schritt, in zwei Tagen ein Team zu werden, war getan.

Im Anschluss ging es fließend in eine kreative Tanz-Session über. Mit Musik wurden gemeinsame Tanzschritte eingeübt und freies Bewegen ausprobiert. Anfangs noch etwas zurückhaltend, fielen bald die Hemmungen, und die Gruppe rückte weiter zusammen.

© KG-M
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Teamgeist und Konzentration

Vor dem ersten gemeinsamen Essen – ein wesentliches Element des Naturcamps – bauten die Jugendlichen noch Pyramiden aus Pylonen-Hütchen, die anschließend wie beim Kegeln mit Bällen umgestoßen wurden. Konzentration beim Aufbau und Wurfgenauigkeit beim Umwerfen waren gefragt. Der Spaß kam dabei nicht zu kurz – alle spielten gemeinsam, selbständig und mit großer Begeisterung.

Zur Selbständigkeit gehörte auch die Essensvor- und -nachbereitung. Alle Jugendlichen beteiligten sich aktiv am Tischdecken, Essen, Trinken und Aufräumen. Das stärkte den Teamgeist und zeigte, dass sie diese Aufgaben bereits sehr gut bewältigen konnten.

Nach einer Ruhepause bestimmte das Wetter das Programm. Wegen wiederkehrender Regenschauer und Gewitter fand der Nachmittag im Turnsaal statt. Dort standen Sport und Spiel am Programm: Boccia (für viele neu), „Merkball“, Fußball mit Softball sowie die Spezialvariante „Servierer“, bei der eine Mannschaft mit Weitschüssen das Tor der gegenüberstehenden Mannschaft zu treffen versuchte. Als Ruhepol diente zwischendurch eine weitere Tanz-Session.

Grillabend und Schlagernacht

Am Abend stand ein besonderes Highlight an: das gemeinsame Grillen – inklusive Feuer machen. Vorsorglich sammelten die Jugendlichen vor den Regenfällen Holz, um eine trockene Grundlage für das Feuer zu haben. Jede/r leistete einen Beitrag, und trotz strömenden Regens entstand eine hervorragende Glut. Eng zusammengerückt an der Feuerstelle halfen sich die Jugendlichen gegenseitig, Ängste zu überwinden, und Musik von Helene Fischer sowie anderen Schlagerstars sorgte für gute Stimmung.

Nach einem intensiven Tag und großem Hunger konzentrierte sich alles auf Würstel, Erdäpfel, Salat, Baguettes und andere Leckereien, die helfende Hände vorbereitet hatten. Anschließend begeisterte eine improvisierte „Disco“. Der Tag endete mit einem Paartanz im Turnsaal, bevor die Teilnehmenden müde, aber zufrieden ins Bett fielen.

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Körperbeherrschung im Kletterpark

Am Samstag startete der Tag bei strahlendem Sonnenschein mit einem Frühstück, das keine Wünsche offen ließ. Begleitet von Ziehharmonika-Musik spazierte die Gruppe in den neuen Motorikpark von Pöttelsdorf. Unterschiedliche Stationen boten Gelegenheit, Koordination, Gleichgewicht und Körperbeherrschung zu trainieren. Besonders erfreulich: Alle Jugendlichen meisterten am Ende nahezu selbständig alle Stationen. Schon nach 1,5 Stunden waren deutliche Fortschritte sichtbar – ein eindrucksvoller Erfolg.

Nach dieser körperlich wie kognitiv fordernden Einheit stärkten sich alle beim Mittagessen, das wieder selbst vorbereitet und abgeräumt wurde. Danach folgte eine wohlverdiente Ruhepause – teils in den Zimmern, teils bei den Pferden des Kindertherapiebauernhofs.

Am Nachmittag wurde möglich, was am Vortag am Wetter gescheitert war: die Flusswanderung in der Wulka. Barfuß im Wasser unterwegs zu sein, war für manche eine große Überwindung, für alle jedoch ein besonderes Erlebnis und eine intensive Begegnung mit der Natur.

Donnerwetter Blitz

Zum Abschluss der zwei Tage standen nochmals Sport und Spiel auf dem Programm: „Donnerwetter Blitz“, „Wer hat Angst vor den Fängern“, „Seilziehen“ und Bewegungsspiele wie „Komm mit“ sorgten für einen gelungenen, spielerischen Ausklang.

Am Ende gaben die Jugendlichen Feedback, was ihnen am besten gefiel: „Einfach alles!“ meinten viele begeistert. Einige wollten das Camp gar nicht verlassen – das größte Lob für die Betreuerinnen und Betreuer und das Programm.

So endeten zwei erlebnisreiche Tage mit tollen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, spannenden Aktivitäten und wertvollen Erfahrungen.

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