Leichtathletik-WM: Vom Alpenland nach Neu-Delhi

Ein Zusammenschnitt der fünf Teilnehmenden während der Sportausführung. Im Hintergrund das Logo der Weltmeisterschaft
Team Austria © Marcus Hartmann / GEPA Pictures / Petra Dissertori

Einmal um die halbe Welt: Während unsere Schwimm-Asse derzeit in Singapur um WM-Edelmetall kämpfen, nehmen Österreichs beste Para-Leichtathletinnen und -Athleten ab Sonntag die Weltmeisterschaft in Indien in Angriff.

Die Para-Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2025 finden vom 27. September bis 5. Oktober erstmals in Indien statt. Austragungsort ist das traditionsreiche Jawaharlal Nehru Stadium in Neu-Delhi, wo mehr als 2.200 Athletinnen und Athleten aus über 100 Nationen um Medaillen kämpfen werden. Mit insgesamt 186 Disziplinen – darunter mehrere neue Wettkämpfe – ist es die bislang größte Auflage dieser Titelkämpfe. Für Indien bedeutet das Event einen historischen Meilenstein: Nie zuvor hat das Land ein so bedeutendes Para-Sportturnier ausgerichtet.

Bereits gestern fand die große Eröffnungsfeier statt. Stolzer Fahnenträger war dabei Paralympics-Gewinner Tom Geierspichler. Der Salzburger trat als Erster des fünfköpfigen österreichischen Teams die Reise nach Indien an und absolvierte in Delhi bereits die ersten Trainingseinheiten. In den kommenden Tagen komplettieren Bil Marinkovic, Natalija Eder, Georg Schober und Ludwig Malter die rot-weiß-rote Mannschaft.

Unsere Medaillenhoffnungen im Leistungscheck:

© Petra Dissertori
© ÖBSV

Thomas Geierspichler

Der Aniifer blickt zuversichtlich auf die WM. Die Vorbereitung verlief verletzungsfrei. Unbekannt bleibt das heiße, teils regnerische Wetter, das seine Treibtechnik beeinträchtigen könnte. Geierspichler startet am Montag im 400-Meter-Vorlauf; das Finale ist am 30. September. Nach der Streichung des 1.500-Meter-Rennens bei den Paralympics 2028 fokussierte er sein Training auf den 400-Meter-Lauf; auf den 100-Meter-Sprint verzichtet er. Vor 25 Jahren gewann der Salzburger seine erste Paralympics-Medaille und erzielte seitdem zahlreiche Titel und Weltrekorde. Ziel ist es nun, seine aktuelle 12. Platzierung in der Weltrangliste über 400 Meter zu verbessern.

Natalija Eder

Die Steirerin ist derzeit Österreichs größte Medaillenhoffnung. Bereits vergangenes Jahr bei der WM in Japan kürte sich Eder zur Vize-Weltmeisterin im Speerwurf und gewann anschließend bei den Paralympics in Paris Bronze. Auch 2023 holte sie bei der WM in Paris den dritten Platz. Die Blindensportlerin gehört seit weit mehr als einem Jahrzehnt zu den heimischen Top-Athletinnen und wird auch in Indien ihre Klasse unter Beweis stellen – da sind wir uns sicher. Ihren ersten und einzigen Wettkampf bestreitet Eder am Sonntagvormittag.

© GEPA
© ÖBSV

Bil Marinkovic

Der Routinier geht bei der WM in Indien sowohl mit dem Diskus als auch mit der Kugel auf Weitenjagd. In Japan vor einem Jahr gewann der Wiener im Diskuswurf die WM-Bronzemedaille. Aber nicht nur mit dem Diskus läuft es zurzeit gut: Beim Pardubice Open Meeting am vergangenen Wochenende holte sich Marinkovic den ersten Platz im Kugelstoßen – eine gelungene Generalprobe also. Für Marinkovic wird es erstmals kommenden Dienstag mit dem Kugelstoßen ernst. Am 3. Oktober folgt der Diskus-Bewerb.

Georg Schober

In seiner vergleichsweise noch jungen Leichtathletikkarriere hat Schober schon enorm viel erreicht. Höhepunkt war mit Sicherheit die Teilnahme an den Paralympics im vergangenen Jahr in Paris. Schober, der mittlerweile vom Speer zur Kugel gewechselt ist, steigert sich von Jahr zu Jahr und knackte vergangene Woche in Tschechien erstmals die 14-Meter-Marke. Damit katapultierte sich Schober auf den vierten Platz in der Weltrangliste. Formkurve und Selbstvertrauen steigen mit jedem Erfolgserlebnis.

© Olomouc WPA Grand Prix
© Marcus Hartmann

Ludwig Malter

Der junge Rennrolli-Racer ist seit vielen Jahren Stammgast bei den Weltmeisterschaften und hat mit fünf Wettkämpfen in Indien klar das dichteste Programm vor der Brust. Vor allem die langen Distanzen sind sein Spezialgebiet, was Malter vergangene Woche beim Berlin-Marathon einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellte. Ziel wird mit Sicherheit sein, sein Top-10-Ergebnis bei der WM in Japan aus dem vergangenen Jahr zu wiederholen und zu toppen.

Das Programm unserer ÖBSV Kaderathletinnen und -athleten:

28.09.2025:

  • 09:15 Uhr: Natalija Eder / Speer F13 F
    MEZ: 05:45 Uhr
  • 19:00 Uhr: Ludwig Malter / 5000m T54 F
    MEZ: 15:30 Uhr

30.9.2025:

  • 17:33 Uhr: Bil Marinkovic / Kugel F11 F
    MEZ: 14:01 Uhr
  • 18:54 / 19:01 Uhr: Tom Geierspichler / 400m T52 VL
    MEZ: 15:24 Uhr

1.10.2025:

  • 10:24 / 10:32 Uhr: Ludwig Malter / 1500m T54 VL
    MEZ: 06:54 Uhr
  • 19:02 Uhr: Tom Geierspichler / 400m T52 F
    MEZ: 15:32 Uhr

3.10.2025:

  • 09:56 Uhr: Bil Marinkovic / Diskus F11 F
    MEZ: 06:26 Uhr

4.10.2025:

  • 18:45 Uhr: Ludwig Malter / 800m T54 VL
    MEZ: 15:15 Uhr

5.10.2025:

  • 09:50 Uhr: Tom Geierspichler / 1500m T52 F
    MEZ: 06:20 Uhr
  • 17:55 Uhr: Georg Schober / Kugel F63 F
    MEZ: 14:25 Uhr
  • 19:10 Uhr: Ludwig Malter / 800m T54 F
    MEZ: 15:40 Uhr

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