Leichtathletik: Weltklasse am Bodensee

Ein Athlet im Rollstuhl sprintet mit voller Konzentration und Energie auf der Rennbahn, während er seine Arme kraftvoll bewegt.
Tom Geierspichler zeigte sich trotz Schlechtwetters in guter Frühjahrsform © Tobi Lackner

Am Wochenende traf sich die Weltelite der Rollstuhl-Leichtathletik in der Schweiz. Das Event „Weltklasse am See“ lockte bei seiner 10. Austragung gleich mit zwei hochkarätigen Bewerben, zahlreichen Top-Athletinnen und -Athleten sowie einer der schnellsten Bahnen der Welt. Ludwig Malter und Thomas Geierspichler ließen sich dieses Jubiläum, das zugleich auch ein Abschied war, nicht entgehen.

Vom 14. bis 17. Mai 2026 war Arbon in der Schweiz erneut Zentrum der internationalen Rollstuhl-Leichtathletik. “Weltklasse am See” feierte seine zehnte Austragung – ein Jubiläum, das neben einem lachenden auch ein weinendes Auge hinterließ, denn es war die vorläufig letzte Ausgabe der Veranstaltung. Rund 130 Top-Athletinnen und -Athleten aus 24 Nationen versammelten sich, um ein letztes Mal auf einer der schnellsten Bahnen der Welt auf Bestzeitenjagd zu gehen.

Österreichs beste Rennrollstuhlfahrer Thomas Geierspichler und Ludwig Malter nutzten die Gelegenheit als Generalprobe für den Para-Leichtathletik-Grand-Prix in Nottwil, der diese Woche von Donnerstag bis Sonntag stattfindet.

Gute Leistungen trotz schlechten Wetters

Den Auftakt bildete am vergangenen Donnerstag das Daniela Jutzeler Memorial. Schlechtes Wetter machte dem erhofften Geschwindigkeitsrausch auf der Bahn jedoch teilweise einen Strich durch die Rechnung, wie Tom Geierspichler schildert: “Für mich als Tetraplegiker machen Kälte, Wind und Nässe einen enormen Unterschied. Bereits vor dem Rennen hat es zu nieseln begonnen, und die Temperaturen fühlten sich durch den Wind eher wie fünf Grad an. Das hat die Bedingungen natürlich nicht leichter gemacht.”

Dennoch zeigte Geierspichler über die 400 Meter eine starke Leistung, landete mit einer Zeit von 64,91 Sekunden auf Rang fünf und war damit sogar schneller als bei der WM im vergangenen Jahr: “Gerade unter diesen Bedingungen bekommt die Zeit zusätzliches Gewicht. Die ersten Rennen der Saison dienen heuer vor allem dazu, Material und Setup weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen aktuell Anpassungen an der Sitzposition und am Material, die sich erst unter echten Wettkampfbedingungen seriös beurteilen lassen. Umso wichtiger ist für mich die Erkenntnis, dass die Richtung stimmt.”

Mit Ludwig Malter ging in der Schweiz ein zweiter Salzburger an den Start. Der Spezialist für die langen Distanzen belegte sowohl über die 1.500 Meter mit einer Zeit von 3:05,13 Minuten als auch über die 800 Meter in 1:38,90 Minuten jeweils Rang acht.

Sportler mit Helm und orangefarbenem Trikot in Rennrollstuhl auf Laufbahn vor gelben Hütchen
© Tobi Lackner
Sportler in Rennrollstuhl mit Helm auf Laufbahn vor grünem Hang und unscharfem Gebäude
© Tobi Lackner

Steigerung bei den Meisterschaften

Von Samstag bis Sonntag waren die beiden Salzburger dann bei den offenen Schweizer Meisterschaften am selben Ort im Einsatz. Für Thomas Geierspichler verlief der zweite Wettkampf etwas weniger erfolgreich: Mit einer Zeit von 65,34 Sekunden blieb der Paralympics-Sieger von 2004 knapp über seiner Leistung vom Donnerstag.

Ludwig Malter konnte sich hingegen in beiden Rennen steigern. Über die 1.500 Meter war er mit 2:56,84 Minuten deutlich schneller, und auch über die 800 Meter am Folgetag verbesserte er sich mit einer Zeit von 1:36,35 Minuten um mehr als zwei Sekunden.

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