Leichtathletik: Vollgas bis ans Limit

Rennrollstuhl-Fahrer Thomas Geierspichler auf der Bahn in Notwill. Der Salzburger knackte vier A-Limits für die Paralympics. Foto (c) Tobias Lackner

Am Wochenende gingen unsere Leichtathleten in Notwill an den Start. Ein Jahr vor den Paralympics kämpfen Österreichs Athleten um jeden Meter - und um Qualifikations-Limits.

Eventreihe im Nachbarland

Vom 25. bis 27. Mai versammelte sich die Weltelite der Para-Leichtathletik am World Para Athletics Grand Prix in Notwill in der Schweiz. Es war gleichzeitig das Ende einer langen Eventreihe in unserem Nachbarland. Für Österreich gingen vergangenes Wochenende drei Athleten an den Start.

Thomas Geierspichler knackt Limits

Bereits vor über einer Woche reiste Österreichs Aushängeschild im Rennrollstuhl, Thomas Geierspichler, in die Schweiz. Zwei wichtige Veranstaltungen standen am Programm: Bei den Schweizer Meisterschaften in Arbon startete der Paralympics-Gewinner mit etwas Verspätung in die Wettkampfsaison 2023. Trotz einer hartnäckigen Erkrankung zeigte der Salzburger starke Leistungen. Und schaffte auf Anhieb zwei A-Limits für die Paralympics 2024 in Paris: „Es waren 15 Leute am Start und fast nur Paralympics-Athleten. Durch die Krankheit lag der Fokus auf der Zeit und nicht am Ergebnis. Was mich absolut positiv stimmt, ist, dass ich im Vergleich zum Vorjahr über die 400 Meter um eine Sekunde schneller war!“, freut sich Geierspichler, der auch im anschließenden Rennen über die 100 Meter mit 19:23 Sekunden eine Top-Zeit hinlegte.

Mit viel Selbstvertrauen im Gepäck ging es am Wochenende nach Notwill. Über die 400 Meter konnte der Salzburger nicht ganz an die Vorwoche anknüpfen. Über die 100 Meter setzte Geierspichler dafür ein Ausrufezeichen und war mit 19:07 Sekunden noch einmal schneller. Über die 1500 Meter machte der Rennrollstuhl-Fahrer einen starken 4. Platz: "Es ist natürlich fantastisch für mich, bei beiden 100er- und 400er-Rennen das A-Limit geschafft zu haben. Gerade mit meinen Leistungen über die 100er-Sprintdistanzen bin ich echt zufrieden. Die Kurve zeigt hier nach oben und ich konnte mich bei jedem Rennen steigern. Das veränderte Training mit Schwerpunkten auf die kurzen Rennen und die Starts zeigt Wirkung."

Ludwig Malter ging in fünf Distanzen an den Start. Foto (c) Tobias Lackner

Ludwig Malter mit straffem Programm

Rennrolli-Fahrer Ludwig Malter absolvierte im Mai in der Schweiz ein ambitioniertes Programm. Anfang des Monats nahm der Salzburger in Genf zum ersten Mal überhaupt an einem Halbmarathon teil. Und belegt auf Anhieb den zweiten Platz. Danach folgten drei Bahn-Events, zwei in Abon und der Grand Prix in Notwill: „Es war etwas Einzigartiges, innerhalb von zehn Tagen elf Rennen auf drei verschiedenen Rennstrecken zu bestreiten. Ich bin mit meinen Leistungen im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Mir ist es insgesamt in der Schweiz sehr gut gegangen. Ich habe über die 800, 1500 und 5000 Meter sowohl das Limit für die WM 2023 als auch für die Paralympics 2024 geschafft. Jetzt sind erstmals alle Augen auf die kommende Weltmeisterschaft gerichtet.“, so der Salzburger. 

Darüber hinaus stellte Malter auf nationaler Ebene über die 400 und 5000 Meter seine eigenen Rekorde ein.

Daniel Stütz übertrumpft sich selbst

Beim Grand Prix in Jesolo Anfang Mai zeigte Daniel Stütz beim Weitsprung mit 4,75 Metern einen beeindruckenden Sprung. In der Schweiz lief es für den Tiroler nicht ganz so gut: „Leider konnte ich im Weitsprung nicht an die Leistung von Jesolo anschließen.“, zeigt sich Stütz selbstkritisch. Dafür lief es auch der Rennbahn deutlich besser: „Ich habe meinen österreichischen Rekord über 100 Meter mit 13,84 Sekunden in der Schweiz eingestellt“, verkündet der Leichtathlet stolz auf seiner Instagram-Seite.

Daniel Stütz auf der Leichtathletik-Anlage in Notwill. Foto (c) Privat
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