Leichtathletik: Marinkovic schlägt die Sehenden

Zwei Männer stehen lächelnd nebeneinander, beide tragen Medaillen und zeigen ihre Erfolge in einem sportlichen Umfeld.
Bil Marinkovic (r.) kürte sich mit Rekordweite zum Hallen-Meister. © Privat

Bil Marinkovic setzte bei den Österreichischen Hallen-Masters-Meisterschaften ein Ausrufezeichen: Der Blindensportler gewann das Kugelstoßen seiner Altersklasse gegen ausschließlich sehende Konkurrenz und stellte dabei mit 12,48 Metern einen neuen niederösterreichischen Rekord auf. Auch Trainingspartner Georg Schober überzeugte mit einer starken Serie über elf Meter.

"Es gibt keine Sonderbehandlung. Jeder bekommt eine Kugel und stößt sie so weit er kann. Der Bessere gewinnt. Fertig", erklärte Kraftlackl Bil Marinkovic vor den Österreichischen Hallen-Masters-Meisterschaften, bei denen Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Behinderung gegeneinander antraten. Am Samstag starteten mit Marinkovic und Trainings-Buddy Georg Schober zwei ÖBSV-Kaderathleten in der Sportarena Wien – beide im Kugelstoßen.

In der Altersklasse der 35- bis 39-Jährigen legte Georg Schober mit der 7,26-kg-Kugel vier Stöße über die Elf-Meter-Marke hin, wobei gleich sein erster Versuch mit 11,58 Metern auch der beste war. Mit nur einem weiteren Teilnehmer in seiner Altersklasse lag Schober mit knapp fünf Metern Vorsprung praktisch außer Konkurrenz und Reichweite. 

Bil Marinkovic hatte es mit einem deutlich größeren Teilnehmerfeld zu tun. In der Altersklasse der 50- bis 54-Jährigen traf der ehemalige Paralympics-Sieger auf sechs Konkurrenten – und lieferte eine starke Leistung ab: Mit der 6-kg-Kugel erzielte er im zweiten Versuch eine Weite von 12,48 Metern und ließ damit alle Mitstreiter hinter sich. Gleichzeitig stellte er einen neuen niederösterreichischen Rekord auf – und das als einziger Para-Sportler im Feld.

Der frisch gebackene Staatsmeister zeigte sich danach entsprechend stolz: “Ich habe alle Sehenden geschlagen und merke, dass ich noch viel Potenzial nach oben habe. Besonders gefreut hat mich, nach all den Jahren wieder das Aufstellen eines Rekords zu spüren. In meinem Alter kann man so eine Leistung nur abrufen, wenn man die beste Unterstützung erhält. Deshalb ein großes Danke an all meine Unterstützer, meine Sponsoren und Fördergeber – ohne euch wäre das nicht möglich.”

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