Leichtathletik: Eine Staatsmeisterschaft der Rekorde

Markus Oberwinkler, Philipp Hulea, Harald Siegl, v.l.n.r., Foto (c) Kurt Franz Renner

Am 6. und 7. August wurden in der Linzer Oberbank Arena gleich sieben österreichische Rekorde gebrochen. Neben Paralympics-Stars wie Natalija Eder und Bil Marinkovic sorgten aber vor allem neue Gesichter für Aufsehen. Ein Blick auf die Bewerbe.

Das Wetter hält

Trotz wackeliger Prognosen konnte man sich in Linz über ideales Sportwetter freuen. Neben maximal leichtem Nieselregen am Samstag bot der Sonntag mit kapp über 20 Grad optimale Bedingungen für erfolgreiche Wettbewerbe. Vielleicht konnten auch gerade deshalb so viele neue Bestwerte erreicht werden. 

Das Ringen um Gold, Foto (c) Kristina Fuchs

Philipp Hulea bestätigt Favoritenrolle

Auch in Abwesenheit unserer Kaderathleten Tom Geierspichler und Ludwig Malter, die Österreich am Wochenende beim renommierten Para-Athletics Meeting in Notwill (Schweiz) vertraten, ging der erste Wettkampftag mit den attraktiven 100m-Läufen direkt spannend los. 

Dominiert wurden die Laufbewerbe vor allem von Philipp Hulea, der sich in der Klasse T20 sowohl im 100m, 400m, sowie 4x100m die Goldmedaille sichern konnte. 

Auf den 400m der Klasse T21 ließ Sören Schneeweiß mit einer Zeit von 1:23:41 seinem Konkurrenten und Freund Markus Grameiser hinter sich und sicherte sich neben dem Österreichischen Meistertitel auch noch neuen Österreichischen Rekord. 

Vollgas auf den 100m

Rekordalarm auch bei den Damen

Bei den Damen konnte Carmen Jäger (T21) nicht nur die 100m und 200m vor ihrer Vereinskollegein Eva Gasser für sich entscheiden, sondern auch den Österreichischen 100m-Rekord einstellen (20,49 Sekunden). Außerdem sprang sie mit neuem Österreichischen Rekord auch an Tag zwei zu Gold im Weitsprung. 

Erfolgreichste Sportlerin in den Laufbewerben war aber wie schon im Vorjahr Angelina Mund (T20), die in den Sprintbewerben fas unschlagbar wirkt. Sie gewann erneut in ihren Paradedisziplinen 100m, 200m und 800m. Nur die 400m gingen an Martina Reiter. 

Aber auch Marion Adenberger (T38) sorgte für Aufsehen. Sie schlug nicht nur den 400m Rekord von Petra Guschelbauer aus dem Jahr 2012, sondern gewann auch souverän den 100m-Lauf. 

Renate Bruckbauer mit Guide

Staffel-Bewerbe als weiteres Highlight

Tag zwei wurde von den 4x100m Staffelbewerben der Klasse T20 eröffnet. In spannenden Wettkämpfen samt kräftiger Unterstützung des bereits früh hochmotivierten Publikums konnte sich bei den Männern wie im Vorjahr das Team 1 des BBRZ Linz mit Manuel Schmid, Oliver Berger, Patrick Schmid und Philipp Hulea den Titel holen. 

Bei den Damen sah das Rennen lange nach einem Fotofinish aus, ehe sich das Team Tirol 2 mit Sabrina Bichlmair, Magdalena Stigger, Dagmar Unterwurzacher und Angelina Mund einen Zwei-Sekunden-Vorsprung erlaufen konnte. 

Timing ist primär bei der Staffel

Namhafte TeilnehmerInnen in den Wurfbewerben

Neben den umjubelten Laufbewerben gab es auch in den Wurfbewerben einiges zu bestaunen. 
ÖBSV-Kaderathleten Bil Marinkovic und Natalija Eder konnten in den Bewerben Speerwurf und Kugelstoß jeweils die erwartete Goldmedaille gewinnen.

Während Bil Marinkovic auch im Diskuswurf dominierte, konnte Speerwurf-Hoffnung und Neu-Kaderathlet Georg Schober zwar seinen erst im Juni in Paris aufgestellten Rekord nicht verbessern, dafür gelang im genau das im Kugelstoß. Mit einem Kraftakt glich er den seit 1987 bestehenden Rekord von Luis Grieb (9,23m) aus. Gold im Kugelstoßen F54 ging an Andreas Gratt, während Michael Steiner in der Klasse F37 dominierte. 

Bil Marinkovic bei seiner Paradedisziplin

Multitalente beim Weitsprung

Alleskönner Daniel Stütz (T37) gelang nicht nur der Staatsmeistertitel im 100m- und 200m-Bewerb, sondern auch am zweiten Wettkampftag im Weitsprung, wo er mit 4,63m sogar einen neuen Österreichischen Rekord aufstellen konnte. 

Ebenfalls Gold im Weitsprung holten sich Kevin Kohlweiß (F20) sowie Moritz Huth im Zonen-/Weitsprung der Blinden und Sehbehinderten. 

Weitsprung und Diskus bei den Damen ging an Desiree Horvath, eine Sportlerin, die schon seit mehreren Jahren zu den Fixgrößen der heimischen Paraleichtathletik-Szene zählt und sogar nach wie vor die Österreichischen Rekorde im Diskuswurf und 400m-Lauf hält. 

Rekorde auch beim Weitsprung

Stars von morgen

Besonders erwähnenswert waren auch die Leistungen unserer Nachwuchsathleten. 

Erik Winter konnte gleich drei neue Jugendrekorde aufstellen, welche ihm in den Bewerben 100m und 200m der Klasse T12 jeweils Bronze einbrachten und er nur von Doppelsieger Franz Haider sowie Vorjahressieger Thomas Mellitzer geschlagen werden konnte. 

Magnus Bergmann (Klasse T13) brach Österreichische Jugendrekorde in den Distanzen 1500m und 5000m, die er selbst erst im Vorjahr aufgestellt hatte. Doppelstaatsmeister in beiden Bewerben, Ronald Plank, bekommt hier also starke Konkurrenz, die seine Siege in den kommenden Jahren alles andere als selbstverständlich machen werden. 

Magnus Bergmann bei seinem Jugendrekord-Lauf

Abschluss

Abgeschlossen wurde die Staatsmeisterschaft am Sonntagnachmittag mit einem dramatischen Finish im 200m-Lauf der Herren T20, in dem sich Kevin Kohlweiß unter tobendem Publikum eine weitere Medaille sichern konnte. 

Ein erfolgreiches Wochenende nicht nur für viele österreichische Sportlerinnen und Sportler, sondern auch für den ÖBSV und den gesamten Sport

Ergebnisliste inklusive aller Rekorde

Weitsprung im Blindensport
Die Freude der Sieger

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