Leichtathletik: Der Marathon-Mann

Ludwig Malter sitzt in seinem Rennrollstuhl, dahinter steht ein weißes Auto mit aufgedruckten Sponsoren.
Ludwig Malter wird in seinem neuen Rennrolli den London Marathon absolvieren.
© Privat

Renn-Rolli-Fahrer Ludwig Malter ist ein Mann für die langen Distanzen. Am Sonntag nimmt der Salzburger am großen Marathon in London teil.

Eine ganze Stadt in Bewegung

Das Wochenende steht ganz im Zeichen des Marathons. 42 Kilometer von der Startlinie bis zum Ziel. Eine Distanz, die schon vielen die Grenzen ihrer eigenen Leistungsfähigkeit aufgezeigt hat. In Wien findet am Sonntag der 41. Vienna City Marathon statt und auch in Englands Hauptstadt London versammeln sich zig tausende Athletinnen und Athleten, um die Strecke quer durch die City in Angriff zu nehmen.

Einer von ihnen wird unser Kader-Leichtathlet Ludwig Malter sein. Der Salzburger freut sich auf die Herausforderung: „London ist erst der zweite Marathon, den ich bestreite. Im September 2023 nahm ich am Berliner Marathon teil. Ich bin schon sehr gespannt auf die Strecke und die Atmosphäre. Laut dem aktuellen Wetterbericht verspricht es ein tolles Rennen zu werden.“

Auf der Rennstrecke zu Bestzeiten

In Deutschland absolvierte Malter die Strecke in 1:36:17 und qualifizierte sich damit für London. „In Berlin kann jeder, der möchte, am Marathon teilnehmen. Für England benötigt man eine Einladung“, erklärt der Leichtathlet. 

Stichwort Qualifikation: Auch bei den Paralympics 2024 in Paris wird es in Malters Klasse einen Marathon geben. Dieser Gedanke fährt natürlich im Hinterkopf mit: „Es wäre sensationell, wenn ich das High Performance Limit für die Paralympics knacken könnte.“ Dafür benötigt der 23-Jährige eine Zeit von 1:29:30 - knapp 7 Minuten weniger als in Berlin. 

Ein ambitioniertes Ziel, für das der Salzburger alle Register zieht. Seit diesem Jahr trainiert er mit einem brandneuen Rennrolli auf der Rennstrecke des Salzburgrings. Wo sonst PS-starke Rennautos ihre Runden drehen, findet Malter die idealen Trainingsbedingungen vor: „Wir haben am Salzburgring optimale Bedingungen und die komplette Strecke für uns. Ich kann mich zu 100 Prozent auf das Fahren konzentrieren und muss nicht auf Autos oder den Verkehr achten. Dazu kommt, dass der Asphalt denselben Untergrund wie beim Marathon bietet. Das ist einzigartig.“

Vollgas auf der Rennstrecke: Ludwig Malter bereitete sich am Salzburgring auf den Marathon vor.
Vollgas auf der Rennstrecke: Ludwig Malter bereitete sich am Salzburgring auf den Marathon vor.
© Olympia Zentrum Salzburg
Ludwig Malter hält seine Berlin Marathon-Medaille in die Kamera und lächelt.
In Berlin feierte Malter vergangenen September seine Marathon-Premiere.
© Privat

Zwischen Taktik, Konzentration und Genuss

Ein Marathon ist eine körperlich und mental anspruchsvolle Herausforderung. Auf Teufel komm raus loszulegen, ist eine schlechte Idee. Bei eineinhalb Stunden Fahrt muss man taktieren und die Kräfte gut einteilen, wie Malter erklärt: „Am Anfang wird es wichtig sein, zu erkennen, wer welches Tempo vorlegt. Mit Dauer des Rennens werden sich Gruppen bilden, die vom Niveau her zusammenpassen. Und dort muss man dann dranbleiben, vielleicht einmal die Führungsarbeit übernehmen oder im Windschatten fahren. Man muss seine Konkurrenten gut kennen und klug agieren. Das liegt mir.“

Bleibt bei all dem Taktieren und Schuften überhaupt Zeit, das Erlebnis aufzusaugen? „Natürlich“, sagt der Salzburger und beschreibt, was den Phänomen "Marathon" ausmacht: „Das Rennen selbst und die Atmosphäre gehen Hand in Hand. Du musst dich auf die Strecke und die Konkurrenz fokussieren, kannst dabei aber auch die traumhafte Kulisse genießen. Wenn die Zuschauer am Streckenrand applaudieren und dich anfeuern, gibt dir das zusätzlichen Ansporn. Mir macht es einfach großen Spaß, durch die Städte zu düsen.“

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