Leichtathletik: Bil Marinkovic trotzt in Paris allen Widrigkeiten

Bil Marinkovic direkt vor dem Abwurf des Diskus. Er hält den Diskus in seiner rechten Hand und holt Schwung, in dem er sich im Kreis dreht. Er hat eine Sichtschutzbrille auf und ein rotes Ärmelloses Trägershirt, auf dem sein Name steht. Im Hintergrund sieht man das Sicherheitsnetz der Wurfanlage.
Bil Marinkovic geht unbeirrt seinen Weg © Marcus Hartmann

Diskuswerfer Bil Marinkovic beweist beim Para-Leichtathletik-Grand-Prix in Paris einmal mehr, dass er auch mit über 50 Jahren weiterhin zur Weltspitze seiner Zunft gehört.

Sieg dank Routine

Am Wochenende trafen sich zahlreiche Top-Athletinnen und -Athleten der Para-Leichtathletik in Paris zum großen Grand Prix. Mit Routinier Bil Marinkovic hielt ein Österreicher die rot-weiß-rote Fahne hoch. Die Vorzeichen in Frankreich standen für den Wiener allerdings nicht besonders gut. Neben Wetterkapriolen musste Marinkovic sowohl auf seinen Coach Gerhard Mayer als auch auf die Unterstützung von Trainings-Buddy und Kugelstoßer Georg Schober verzichten: „Einen Tag vor dem Abflug wurde mein Trainer, der Gertschi, krank und konnte nicht mitfliegen. Einen Tag vor dem Wettkampf hat es dann auch den Georg erwischt. Bis zum Wettkampftag war das Wetter tipptopp, und genau als ich an der Reihe war, hatte es dann 13 Grad mit Nieselregen. Ich hab mich nur gefragt: Was ist da jetzt los?“, erzählt Marinkovic.

Außerdem musste Marinkovic Flexibilität beweisen: „Es gab keinen Platz zum Einwerfen. Dazu der ständige Regen – da habe ich mich in eine Halle verkrochen und mich dort bereitgemacht. Aber mit all meiner Routine und Wettkampferfahrung wusste ich in den entscheidenden Momenten, was zu tun ist.“

Marinkovic behielt die Ruhe und schmetterte den Diskus gleich im ersten Versuch auf eine Weite von 38,16 Metern. Damit knackte der Paralympics-Sieger von 2004 einmal mehr das WM-Limit und holte sich souverän den Sieg: „Ich bin mit der Leistung mehr als zufrieden, vor allem wenn man die Umstände bedenkt. Mir wird nichts geschenkt – ich muss mir alles hart erarbeiten und bin glücklich, wenn ich mich für den Trainingsaufwand belohne. Die Form passt, und ich bin dankbar für jede Unterstützung.“

Auch die Konkurrenz ohne Behinderung sekkieren

Der nächste Wettkampf steht bereits vor der Tür: die Landesmeisterschaften der Sportlerinnen und Sportler ohne Behinderung in Brunn am Gebirge. Für Bil Marinkovic und Georg Schober die ideale Gelegenheit, der Konkurrenz ohne Behinderung zu zeigen, wo der Hammer hängt. Auch Coach Gerhard Mayer, ehemaliger Olympionike, will es noch einmal wissen und komplettiert das Trio Infernale. „Wir wollen Spaß haben und gute Leistungen zeigen“, gibt Marinkovic die Marschroute vor. „Danach stehen noch zwei Wettkämpfe in Tschechien und Kroatien an – und dann heißt es: voller Fokus auf die WM“, so der Blindensportler abschließend.

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