Im blauen Wasser posieren Taucher, während ein Mann im Rollstuhl mit einem Daumen hoch für die Kamera lächelt, umgeben von anderen Tauchern.
1000 Meter mit dem Rolli unter Wasser? Mit Unterstützung der Blackdivers ist alle möglich © Blackdivers

Inklusion, Schwerelosigkeit, Weltrekorde: Die Blackdivers aus Klagenfurt ermöglichen Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen, dem Tauchsport nachzugehen.

Tauchen für alle zugänglich machen

Normalerweise sagt man, dass die Freiheit nur über den Wolken grenzenlos ist. Für begeisterte Tauchsportlerinnen und -sportler gilt jedoch genau das Gegenteil: Tief unter der Wasseroberfläche gleiten sie schwerelos durch die Gewässer. Bei den Blackdivers in Klagenfurt können auch Menschen mit Behinderung die Faszination des Tauchens erleben und erlernen. “Wir sind ein Verein der Inklusion”, erzählt Blackdivers-Obmann Bernhard Krasovec, der auf einen Erfahrungsschatz von über 20 Jahren als Tauchlehrer zurückblicken kann.

Seit 2025 ist Aqua Sports Blackdivers ASKÖ offizielles Mitglied im ÖBSV. Im Behindertensport sind die Kärntner jedoch schon deutlich länger aktiv. Bei den Blackdivers können Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen die Unterwasserwelt entdecken. Und das immer kostenlos.
“Egal ob blind, mit Amputation, Down-Syndrom oder kognitiven Beeinträchtigungen – Tauchen ist für Menschen mit und ohne Behinderung im Grunde das Gleiche. Natürlich müssen Anpassungen bei Ausrüstung und Tauchgang vorgenommen werden, aber wir wollen den Sport für alle zugänglich machen und Spaß in einer sicheren Umgebung gewährleisten”, erklärt Krasovec.

Eine Taucherin mit Downsyndrom macht sich bereit mit Tauchbrille und Sauerstofftank abzutauchen.
© Blackdivers
Ein blinder Taucher taucht durch einen See, ein Guide führt ihn an der Hand.
© Blackdivers

Ein unbeschreibliches Gefühl

Eine der wichtigsten Anpassungen besteht darin, dass die tauchende Person immer von zwei Instruktorinnen bzw. Instruktoren begleitet wird. Warum? Im Normalfall sind mindestens zwei Tauchbuddys gemeinsam unterwegs, um sich im Ernstfall gegenseitig zu helfen. Ist beispielsweise ein Taucher mit Sehbeeinträchtigung dabei, ist das allein nicht ausreichend. Wichtig ist außerdem vor dem ersten Tauchgang die ärztliche Freigabe.

Mit einem blinden Sportler nahm das Para-Tauchen bei den Blackdivers seinen Anfang. Und zwar mit niemand Geringerem als dem Extremsportler Andy Holzer, dem zweiten blinden Alpinisten, der den Gipfel des Mount Everest bezwang. Vom Dach der Welt zog es den Osttiroler auch in die Tiefen des Meeres. “Er war von der Vorstellung zu tauchen extrem begeistert, und so ist Stück für Stück die Idee gereift. Laut ihm erlebte er unter Wasser ein Schwerelosigkeitsgefühl, das er so noch nie gespürt hat.

1000 Meter unter Wasser

Stichwort Extremsport: Auch an einem Weltrekord eines Parasportlers waren die Blackdivers maßgeblich beteiligt. Im September 2020 legte der Rollstuhlsportler Christoph Schaschl 1.053,4 Meter in einer Stunde in einem Wolfsberger Pool zurück. Bestückt mit 45 Kilogramm Tauchblei stellte er damit den Rekord für die “Weiteste Rollstuhlstrecke unter Wasser in einer Stunde” auf. Unterstützt wurde er dabei unter und über Wasser von den Blackdivers sowie vom befreundeten Kärntner Verein “Freundschaftsbänder”.

Neben den Abenteuern unter Wasser bieten Bernhard Krasovec und sein Team auch Aquafitness für alle an: “Jeder macht das, was er kann. Es geht um den Spaß. Die Gruppe ist bunt durchgemischt und bewegt sich gemeinsam. Das ist Inklusion in Reinkultur.

Wovon viele Schwimmbegeisterte schwärmen, gilt auch beim Tauchen: das Gefühl der Schwerelosigkeit - mit all seinen Vorteilen: “Wir haben einen Taucher mit einer Amputation, der – wie er sagt – nur unter Wasser wirklich schmerzfrei ist. Dadurch benötigt er auch deutlich weniger entkrampfende Medikamente.”

Zur Homepage der Blackdivers

Mehrere Taucher in kompletter Tauchausrüstung befinden sich unter Wasser in einem Schwimmbecken. Sie halten gemeinsam ein großes, rechteckiges Banner mit der Aufschrift 'NEW WORLD RECORD! DISTANCE: 1853m TIME: 60 MIN.' Die Taucher knien oder sitzen um eine Metallstruktur, und im Hintergrund steigen Luftblasen auf. Zwei rote, zylinderförmige Markierungen stehen links und rechts im Bild.
© Blackdivers

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