Die MedaillengewinnerInnen des ÖGSV bei den Deaflympics. Foto (c) ÖGSV

Das Sportjahr 2019 war für Österreichs GehörlosensportlerInnen ein ebenso aufregendes wie erfolgreiches. Eine Bilanz über strahlende SiegerInnen und gelungene Neuerungen.

Der Österreichische Gehörlosensportverband durfte sich im vergangenen Jahr über zahlreiche Erfolge freuen. Junge SportlerInnen sorgten für Überraschungen, etablierte FavoritInnen setzten Glanzlichter auf nationaler wie internationaler Ebene. Diese Ereignisse stachen 2019 hervor.

MÄRZ - Snowboardmeisterschaften mit erstmaligem Boardercross-Bewerb am Kreischberg
Bei den Snowboardmeisterschaften am Kreischberg in der Steiermark wurde erstmals ein Boardercross-Bewerb ausgetragen, bei dem Lisa Zörweg bei den Damen und Raphael Petr bei den Herren die ersten Titel abstauben konnten. Für Zörweg war es der Beginn einer Erfolgsstory, die sie Ende des Jahres bei den Deaflympics weiterschreiben sollte (mehr dazu im Absatz Deaflympics). Der ORF drehte beim Bewerb für "Ohne Grenzen - Das Behindertensportmagazin", der Bericht sorgte für viel positives Feedback.

Melissa Köck wurde ihrer Favoritinnenrolle gerecht. Foto (c) ÖGSV

MÄRZ: Ski-Alpin-Meisterschaften in Gerlitzen
Die FavoritInnen auf zwei Brettern, Melissa Köck (4 Siege) und Christoph Lebelhuber (3 Siege), konnten bei den Rennen in Kärnten ihre Staatsmeistertitelkonten mehrfach aufstocken. Zusätzlich sicherte sich Lebelhuber den Sieg in der Gesamtwertung des Europacups, Köck wurde Zweite. Aufgezeigt haben auch viele noch sehr junge Gehörlosenskifahrerinnen, allen voran die Geschwister Yannick (Jahrgang 2008) und Annelie Maderebner (Jahrgang 2007), die nach ihren Talentproben in den Ski-Kader für 2020 aufgenommen wurden. Weiters wurden 20 Kinder  im Alter von 4-15 Jahren bei einem Talentecamp zum Saisonabschluss am Annaberg auf den Pisten gefördert und gefordert.

Lukas Krämer erlebt in Bulgarien eine Sternstunde. Foto (c) ÖGSV

APRIL: Erste Team-Medaille bei der Tischtennis-Europameisterschaft in Albena, Bulgarien

Zum ersten Mal konnte eine österreichische Tischtennismannschaft in einem Team-Bewerb Edelmetall in der Allgemeinen Klasse erobern. Lukas Krämer, Christopher Krämer und Erwin Stürmer sorgten für das historische Ergebnis. Der Grundstein für den Erfolg wurde mit dem 3:2-Premierensieg gegen Litauen, Nummer zwei der Weltrangliste, gelegt. Lukas Krämer war das aber nicht genug: Mit EM-Gold im Einzel- sowie Bronze im Doppel- und Mixed-Bewerb avancierte er zum Superstar der U18-Wertung. Das sagt der „Goldjunge“ zu seinen Erfolgen: INTERVIEW obsv.at/aktuelles/artikel/goldjunge-und-historische-medaille-bei-tischtennis-em/

Katrin Neudolt in Aktion. Foto (c) Sven Heise

JULI: Neudolt-Silber bei Badminton-Weltmeisterschaft in Taipeh, Taiwan
Katrin Neudolt holt mit überragenden Leistungen am Badminton-Court Silber in Taipeh. Die amtierende Europameisterin krönte sich damit erneut zur Vize-Weltmeisterin. Neudolt scheiterte erst im Finale in einem Drei-Satz-Krimi an Lokalmatadorin und Nummer eins des Turniers, Yan-Ru Shen. Eine Bilanz über Neudolt grandioses Sportjahr 2019 zieht sie im ausführlichen Interview.

OKTOBER: Tennis-WM in Antalya, Vierter Platz im Doppel
Österreichs Tennis-Team erreichte mit dem Doppel Mario Kargl und Jürgen Scheutz den vierten Platz bei der WM in der Türkei. Mit etwas Glück wäre sogar eine Medaille möglich gewesen. Kargl, auf Nummer sechs gesetzt, scheiterte im Einzel am ungesetzten Überraschungsmann Prithvi Sekhar, der sich später den WM-Titel holen konnte. Sekhar war dann auch im Doppel jener Stolperstein, der österreisches Edelmetall verhinderte.

Das ÖGSV-Team überzeugt bei den Deaflympics. Foto (c) ÖGSV

DEZEMBER: Bronze-Regen und Silberglück bei den Deaflympics 2019 in Sondrio, Italien
Bei den Deaflympics in Italien starteten 1187 TeilnehmerInnen. Mittendrin Melissa Köck, Österreichs Aushängeschild bei den Frauen im Skisport. Sie eroberte drei Bronzemedaillen. Für Christoph Lebelhuber war die Teilnahme schon ein kleines sportliches Wunder: Nachdem er im letzten Rennen der Staatsmeisterschaft schwer gestürzt ist und operiert werden musste, wurde er gerade noch rechtzeitig fit für die Deaflympics. Trotz konditionellen Rückstands und fehlender Rennpraxis verpasste er in seiner Lieblingsdisziplin, dem Riesentorlauf, nur um drei Hundertstel eine Medaille. Für eine Top-Sensation sorgte Lukas Käfer: In der Königsdisziplin Abfahrt schaffte er es mit Rang drei aufs Stockerl. Bei den SnowboarderInnen sorgte Lisa Zörweg mit der Silbermedaille im Boardercross für den größten rot-weiß-roten Erfolg bei den Deaflympics. Internationale Sportgeschichte schrieb der Italiener Giacomo Pierbon: Er holte fünf Goldene bei seinen Heim-Deaflympics - ein neuer Rekord.

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