Fußball: Ein Tiroler Fußballfest

Die Tiroler Mannschaft liegt sich nach dem Gewinn der Meisterschaft am Boden in den Armen. Alle liegen kreuz und quer übereinander und jubeln dabei.
Emotion, Leidenschaft und Freude - die österreichische Meisterschaft war ein voller Erfolg. © ÖBSV Baubinder

Der Samstag stand heute ganz im Zeichen von König Fußball: Bei den Sport Austria Finals in Innsbruck ermittelten sechs Teams den österreichischen Meister im Kleinfeld-Fußball für Kickerinnen und Kicker mit mentaler Behinderung.

Kein Wetter kann uns stoppen

Fußball ist zu 99 Prozent ein Outdoor-Sport. Punkt. Wer sich an bisschen Regen und feuchten Schuhen stört, ist fehl am Platz. Gerade heute in Innsbruck meint es der Wettergott zu gut mit der Rasenbewässerung. Bereits bei Ankunft der Teams im Universitäts-Sport-Institut um 9 Uhr Vormittags regnet es ununterbrochen. Der Wetterbericht verspricht stündlich Besserung, doch es bleibt lange beim Versprechen. Erst zum Finale wird der Wolkenbruch ein Ende finden.

Der Regen kann der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Sechs Teams aus Oberösterreich, Wien, Kärnten und Tirol melden sich pünktlich um 10 am Rasen. Über 60 Fußballerinnen und Fußballer mit mentaler Behinderung machen sich an diesem Samstag den Österreichischen Meistertitel aus. Die Sport Austria Finals, die ganz Innsbruck mit der geballten Ladung Sport versorgen, sind ein würdiger Rahmen für dieses Turnier. Gerald Daringer, Präsident des Tiroler Behindertensportverbandes, heißt die Mannschaften mit herzlichen Begrüßungsworten willkommen.

Klagenfurt im Duell mit Linz 2. © ÖBSV Baubinder
© ÖBSV Baubinder

Zeichen für Inklusion

Austria Klagenfurt und der BSV BBRZ Linz stellen jeweils 2 Mannschaften. Dazu gesellt sich das Heimteam, die DSG Tirol. Aus Wien nahm der MHSC die weite Reise in den Westen auf sich.

Florian Schneeberger, Coach der Oberösterreicher, und auch als sportlicher Leiter maßgeblich an der Organisation des Events beteiligt, freut sich, dass es endlich losgeht und bedankt sich bei seinen Trainer-Kolleginnen und -Kollegen: „Wenn Sportlerinnen und Sportler mit mentaler Behinderung vereisen, dann ist das immer mit sehr guter Organisation aber auch Kommunikation verbunden. Die Fußball-Meisterschaft ist quasi ein Neustart und es ist großartig, dass wir sie im Rahmen der Finals ausspielen dürfen. Ein wunderschönes Zeichen für Inklusion.“

Qualität und Einsatz

Gespielt wird im Modus jeder gegen jeden. Jene zwei Teams mit den meisten Punkten spielen im großen Finale um den Titel. Die Akteure am Feld zeigen Spiel für Spiel, dass sie unbedingt diesen Pokal am Ende des Tages in die Höhe stemmen wollen. 

Und die Qualität auf den beiden Spielfeldern ist phänomenal: einmal Berühren, Lochpässe, Schlenzer mit Innen- und Außenrist, tolle Paraden – den Zuschauern wird ordentlich was geboten. Mit Fortlauf des Turniers lassen sich mit dem BSV BBRZ Linz 1 und der DSG Tirol zwei Favoriten ausmachen. Das direkte Duell endet torlos. Beide Mannschaften bleiben ohne Niederlage und treffen somit im Finale aufeinander.

Eine Spielerin Klagenfurts beim Corner. © ÖBSV Baubinder
Heißer Zweikampf im Finale zwischen Linz 1 und Tirol. © ÖBSV Baubinder

Finale Oh Ohhh

Bereits im ersten Duell zwischen Linz und Tirol ging es sehr ausgeglichen zu. Und so ist auch das Finale an Spannung schwer zu überbieten. Es geht hin und her, beide Teams suchen schnell den Abschluss. Ein Stellungsfehler in der Linzer Abwehr ermöglicht den Tirolern die Führung: Mit einem schnellen Haken lässt der Stürmer den Tormann aussteigen und schiebt zur Führung ein. Kurz danach ein Foul an der Strafraumgrenze der Oberösterreicher. Mit einem Traumfreistoß ins Kreuzeck erzielt Tirol das viel-umjubelte 2:0. Das ist auch der Pausenstand.

Aufgegeben wird bekanntlich nur ein Brief und die Linzer hauen alles, was sie haben, in die Partie. Angriff um Angriff müssen die Tiroler abwehren und kommen kaum mehr über die Mittellinie. 3 Minuten vor Schluss erhöhen die Oberösterreicher mit dem Anschlusstreffer noch einmal den Druck. Doch das Heimteam hält mit Leidenschaft und vollem Körpereinsatz der Schlussoffensive stand. Die DSG Tirol gewinnt mit 2:1. Mit Freudenschreien, einer Jubeltraube und fairen Glückwünschen der Linzer endet dieses großartige Turnier.

We are the Champions

Was fehlt also noch? Die Siegerehrung natürlich. Der sechste Platz geht an Klagenfurt 2, der fünfte an die erste Mannschaft der Kärntner. Den vierten Platz sicher sich Wien, die Bronzemedaille geht an Linz 2. Silber und damit der Vizemeistertitel geht an den BSV BBRZ Linz 1. Der Pokal für den Staatsmeistertitel bleibt gleich in Tirol. 

Landesrätin Eva Pawlata überreicht gemeinsam mit TBSV-Präsidenten, Gerald Daringer, und ÖBSV-Generalmanager, Matthias Bogner, die Medaillen und die Pokale. „Gratulation für die gelungene Durchführung dieser Veranstaltung und den Einsatz, den alle Spielerinnen und Spieler gezeigt haben. Ich freue mich natürlich sehr, dass Tirol gewonnen hat, möchte aber natürlich auch den Oberösterreichern zum zweiten und dritten Platz herzlich gratulieren“, so die Landesrätin.

Da ist der Pokal. © ÖBSV Baubinder
Torschützenkönig Patrick Schmid mit Matthias Bogner, Eva Pawlata und Gerald Daringer. © ÖBSV Baubinder

Vorbilder für die Zukunft

Gerald Daringer sieht das Turnier als positiven Impuls für die Weiterentwicklung des Fußballs im Mentalbehinderten-Sport: „Zuerst ein großes Danke an Herbert Halleger von der DSG und seinem Team für die reibungslose Organisation, der Kooperation mit dem Fußballverband und seinen Schiedsrichtern. Fußball ist ein großartiger Sport, der die Gemeinschaft fördert. Wir hoffen, dass wir den Schwung dieser Verunstaltung in die Zukunft mitnehmen können und alle Teilnehmenden als Vorbilder gesehen werden.“

„Es war ein sehr emotionales Turnier. Als BBRZ Linz wollen wir den Tirolern natürlich herzlich gratulieren, ihr habt tollen Fußball gespielt. Ihr habt gekämpft wie die Löwen. Und wir nehmen uns natürlich für kommendes Jahr die Revanche vor“, gibt sich Florian Schneeberger abschließend als fairer Verlierer aber auch kämpferisch für die kommende Meisterschaft.

Die Klagenfurter mit Social Media-Star, SatansBratan. © ÖBSV Baubinder
Florian Schneeberger freut sich auf eine Revanche im kommenden Jahr. © ÖBSV Baubinder
Landesrätin Eva Pawlata mit dem Tiroler Team. © ÖBSV Baubinder

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