Framerunning: Geht nicht‘ gibt’s nicht.

Eine Person mit Helm bewegt sich auf einer roten Laufbahn mit einem dreirädrigen Sportgerät, das an ein Fahrrad erinnert, jedoch ohne Pedale und mit einer speziellen Stützkonstruktion. Im Hintergrund ist ein großes Stadion mit überdachter Tribüne zu sehen. Weitere Personen befinden sich auf dem Sportgelände, einige stehen, andere fahren ebenfalls mit ähnlichen Geräten. Die Szene spielt bei Tageslicht, das Wetter ist sonnig.
Max Krehon ist eines der größten Talente der heimischen Framerunning-Szene. © Markus Frühwirth

„Geht nicht“ gibt’s nicht: 2028 feiert Framerunning bei den Paralympics in Los Angeles seine Premiere – ein historischer Moment für Athletinnen und Athleten mit schweren Bewegungsbeeinträchtigungen. Christa Grabher vom ÖBSV haucht der jungen Sportart in Österreich Leben ein.

Ob Weltmeisterschaft in Indien, Wings for Life Run oder Wien-Marathon – überall sind mittlerweile Sportlerinnen und Sportler mit ihren Framerunnern am Start. Die vergleichsweise junge Disziplin ist weltweit auf dem Vormarsch. 1991 in Dänemark entwickelt, ist der dreirädrige Rahmen ein echtes Powermobil für Menschen mit Bewegungseinschränkungen. Er ermöglicht es besonders Personen mit Koordinationsproblemen beim Gehen (etwa wegen Cerebralparese), an Laufdisziplinen der Leichtathletik teilzunehmen.

“Wenn du noch ein wenig mit den Füßen machen kannst – was bei vielen der Fall ist –, kannst du das bisschen Restkraft, das du in den Beinen hast, trainieren. Du brauchst am Ende nur den großen Zeh, um dich anzuschieben. Für viele ist das die einzige Möglichkeit, Ausdauer in den Beinen zu trainieren. Und das ist das Tolle daran”, erzählt Christa Grabher begeistert.

Mit Panzerband und Schweißgerät

Die Vorarlbergerin will die Sportart in Österreich voranbringen. Im Juli besuchte sie erstmals das Frame Running Development Camp in Kopenhagen – quasi das Harley-Davidson-Treffen der Szene. “Vernetzen, austauschen, lernen” lautete das Motto der Reise. Grabher war überwältigt von der Vielfalt vor Ort: “Ich habe vor Kopenhagen noch nie so viele Varianten von Frames gesehen.”

Drei Räder, ein Lenker, ein Sitz und eine Brustablage – klingt simpel, ist es aber nicht. Denn so unterschiedlich wie die Athletinnen und Athleten sind auch ihre Sportgeräte: “Bei manchen reiben im Lauf die Knie oder die Sprunggelenke aneinander – da haben kreative Konstruktionen mit Brettern in der Mitte Abhilfe geschaffen. Manche werden zur Unterstützung direkt am Rahmen festgeschnallt, andere nutzen spezielle Lenkerformen. Es braucht Bastler mit Ideen – und davon gibt es viele”, erzählt Grabher.

Genormte Modelle mit strengem Regelwerk gibt es (noch) nicht. Jede/-r läuft mit einem individuell angepassten Frame. Das Entwicklungspotenzial ist riesig: "Ich kenne drei Firmen, die sich intensiv mit der Entwicklung von Framerunnern beschäftigen. Da kann man richtig Geld investieren. Spätestens bei den Paralympics 2028 wird jedes Gramm Material zählen“, sagt Grabher.

Ein rotes Dreirad mit dünnen Reifen steht auf einer roten Laufbahn mit weißen Linien. Ein Bein in kurzer, dunkler Sportbekleidung ist auf dem Pedal, der Fuß trägt einen Sportschuh. Am Rahmen ist ein Metallgestell befestigt. Im Hintergrund sind weitere Beine und Sportschuhe auf der Bahn zu sehen.
Ein selbstgebauter Framerunner in Kopenhagen © ÖBSV Grabher
Eine Person steht auf einer roten Laufbahn und hält ein weißes Fahrrad mit schwarzem Lenker und schwarzen Reifen. Zwei weitere Personen stehen daneben, alle tragen weiße Oberteile mit roten Akzenten und Medaillen um den Hals. Eine Person hält eine große rot-weiße Flagge. Im Hintergrund sind Bäume, ein Gebäude mit roten Dachziegeln und mehrere Zelte zu sehen. Rechts hängt ein Banner mit einer stilisierten Zeichnung eines Fahrrads und dem Text 'Frame Running'.
Max Krehon mit Team Austria in Kopenhagen © ÖBSV

Medaillenhoffnung aus Österreich?

Und wie steht es um heimische Talente? Für Grabher gibt es einen vielversprechenden Namen: “Mit Max Krehon war ein Österreicher in Kopenhagen am Start. Über 800 Meter war er schneller als der aktuelle Weltrekord – und das trotz Erkältung! Weil er international noch nicht klassifiziert ist, blieb ihm der Eintrag in die Rekordbücher aber vorerst verwehrt.”

Die Chance zur internationalen Klassifikation bietet sich 2026 in der Schweiz – der erste wichtige Schritt. Bei den Paralympics wird über 100 Meter gesprintet. Das bedeutet: Krehon muss sein Training von den langen Distanzen auf Sprint umstellen. Grabher ist zuversichtlich: “Schritt für Schritt – aber man muss auch mal groß träumen dürfen.”

Die Szene wächst und gedeiht

Framerunning verbreitet sich rasant. Die Begeisterung und die mediale Präsenz sorgen auch in Österreich für Aufwind. Der Bedarf an Framerunnern steigt, berichtet Grabher: “Es gibt eine starke Gruppe in Wien, eine in Altenhofen in Oberösterreich, eine engagierte Partie in Salzburg, eine Studiengruppe in Graz – und auch in Vorarlberg und Tirol sind Kids mit Begeisterung dabei. Von Ost bis West sind die Gruppen in Kontakt.”

Damit entsteht österreichweit ein dichtes Netzwerk. Wer selbst einmal in einen Framerunner steigen möchte, ist bei Christa Grabher an der richtigen Adresse: “Wir schaffen es immer, dass alle, die wollen, es ausprobieren können. Wir organisieren die Geräte und passen sie individuell an. ‚Geht nicht‘ gibt’s nicht.”

Interesse? Dann meldet euch an grabher(at)obsv.at

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Aus dem Jahresbericht 2025

Mehrere Personen mit Startnummern und Sportkleidung stehen und sitzen auf einer asphaltierten Strecke im Freien. Zwei Personen nutzen Hilfsmittel: ein Handbike und einen Rollstuhl. Im Hintergrund sind Bäume, ein aufblasbarer Torbogen und Absperrgitter mit Werbebannern zu sehen. Die Szene spielt bei sonnigem Wetter in einem Park.
Frame Running beim 5. Grazer Inklusionslauf © Mario Sudy
Zwei Personen stehen nebeneinander auf einer asphaltierten Straße, jede mit einem Fahrrad. Beide tragen gelbe T-Shirts mit einem Logo und Startnummern, dazu sportliche Kleidung und Turnschuhe. Im Hintergrund sind weitere Menschen, einige mit Fahrrädern, sowie eine grüne Wiese, Bäume und ein bewaldeter Berghang unter bewölktem Himmel zu sehen.
Christa Grabher (l.) selbst im Framerunner beim Wings for Life World Run © ÖBSV

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