Hermann Mayrhuber (links) und zwei glückliche Starterinnen bei den Meisterschaften 2021. Fotos (c) Salzburger Landesskiverband bzw. blindensport.at

Hermann Mayrhuber ist seit einem Jahr Para-Skireferent beim ÖSV. Unter ihm fanden gerade die ersten gemeinsamen Meisterschaften für Skifahrerinnen und Skifahrer mit mentalen und körperlichen Behinderungen statt. Sein Ziel: Ein großes Team zu den Paralympics zu bringen.

Hallo Hermann, heuer fanden erstmals die Meisterschaften Ski Alpin für Menschen mit mentalen und körperlichen Behinderungen gleichzeitig statt. Was war der Grund dafür?
Wir haben bei den Austria Cups schon seit drei Jahren beide Behinderungsgruppen gleichzeitig am Start. Das hat sich bestens bewährt, darum war es naheliegend, dass wir das bei den Meisterschaften ebenfalls so machen. Paula Scherl, Skireferentin des KGM, hat mich dazu kontaktiert. Wir hatten im Sommer die ersten Gespräche und uns dann darauf geeinigt, dass alle mental behinderten Kaderathletinnen und -athleten bei den gemeinsamen Meisterschaften an den Start gehen dürfen. Das hat den Ursprung, dass die Pisten und die Kurssetzung dort sehr anspruchsvoll sind und wir natürlich keine Verletzungen riskieren wollen. Ich denke, mit den gemeinsam ausgetragenen Meisterschaften haben wir ein Zeichen gesetzt.

Wie war den Eindruck von den Meisterschafen?
Die Veranstaltung war sportlich und logistisch ein voller Erfolg. Mirella Somma-Neuschitzer vom Kärntner Behindertensportverband und der Skiclub Gerlitzen haben vor Ort sehr professionelle Arbeit geleistet, dazu gehörte auch ein Hygiene- und Präventionskonzept. Wir hatten viele Aktive am Start, trotz Pandemie. Beim Riesentorlauf waren über 45 Athletinnen und Athleten aus Österreich, dazu 30 internationale dabei. Ganz allgemein ist zu sagen, dass die Zusammenarbeit ÖSV und ÖBSV wieder sehr gut funktioniert, Reibereien von früher wurden beseitigt, was der Veranstaltung sehr gut getan hat.

Tolle Rennen mit vielen Starterinnen und Startern gab es bei den Meisterschaften 2021. Beim RTL waren über 80 dabei! Fotos (c) Rene Schönberger

Du bist im Juli 2021 ein Jahr Para-Skireferent im ÖSV. Was sind deine Aufgaben?
Ich bin im Bereich Ski Alpin, Ski Nordisch und Snowboard tätig. Meine Arbeit umfasst u.a. die Koordination und Planung von Trainings und Rennen. So absurd das klingen mag, die Pandemie hat uns dabei in die Karten gespielt. Denn nur Österreich, die Schweiz und Lichtenstein haben heuer internationale Rennen ausgetragen. Die Mehrzahl, nämlich 27, ist davon bei uns über die Bühne gegangen. Viele andere Nationen waren deshalb heuer vermehrt in Österreich bei Europacup, Weltcup und WPAS-Rennen am Start. Dazu kamen noch nationale Rennen. Da jedoch nicht ganz so viele, weil hier die Spitzensportausnahme für Veranstaltungen während der Pandemie nicht immer möglich war.

Welche Ziele hast du dir als Skireferent gesteckt?
Wieder in den internationalen Renn-Kalender zurück zu kommen, das hat auch dank Corona bestens geklappt. Jetzt heißt es, dabei zu bleiben. Für das Europacup-Finale in Österreich haben wir schon die Zusage, was ein schöner Erfolg ist. Mein oberstes Ziel ist aber, soviel Athletinnen und Athleten wie möglich zu den Paralympics zu bringen. Speziell im Nachwuchs haben wir dafür heuer schon tolle Fortschritte erzielt, und das in allen drei Bereichen, also Ski Alpin, Ski Nordisch und Snowboard. Bei den arrivierten Sportlerinnen und Sportlern will ich durch noch bessere Infrastruktur und Trainingsmöglichkeiten die letzten paar Zehntel und Hundertstel rausholen.

Bericht zur Meisterschaft der blinden und sehbehinderten Skifahrer*innen
Ergebnisliste der ÖSTM Ski Alpin 2021
Bericht auf mentalbehindertensport.at

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