Ein Punkt macht den Unterschied

(c) Hannes Kaufmann

Finalrunde eins der österreichischen Rollstuhl-Basketball-Meisterschaft hätte nicht knapper ausgehen können. Ein Punkt hat diesmal der Unterschied zwischen den Flinkstones und den Stitting Bulls ausgemacht. Das verspricht Spannung pur für Runde zwei am 6. April.

Im Vorfeld mussten die Rebound Warriors aus Oberösterreich absagen – zu viele Spieler fielen krankheitsbedingt aus. Somit wird der dritte Platz in zwei Spielen an einem Tag (6.4. in Graz) gegen Pardubice ausgespielt. Die Flink Stones 2 sicherten sich wohl frühzeitig den 5.Platz in der Liga, und das Spiel um Platz 1 war nichts für schwache Nerven.

Interwetten/Coloplast Sitting BullsRBB Flink Stones 1    51:50 (21:22)
Wie schon in den letzten Jahren lautete die Finalpaarung Niederösterreich gegen Steiermark. Aber nicht immer war der Kampf um den Meistertitel derart spannend. Als Dogan in der drtitten Spielminute zum 4:2 für die Bullen traf, ahnte wohl niemand in der Halle, dass dies die letzte Führung der Bulls bis zur Schlussminute sein sollte. Beide Mannschaften kämpften um jeden Ball, doch im ersten Viertel trafen Rekanovic und Steiner bei den Steirern nahezu jeden Wurf – wohingegen man auf Seiten der Sitting Bulls den Eindruck hatte, dass der Korb oben zugenagelt sei. Klarer Spielstand nach Spielabschnitt eins: 7:14 Im zweiten Viertel dann umgekehrte Vorzeichen. Coach Zankl versuchte verschiedene Spielformationen, und diesen Spielabschnitt entschieden die Niederösterreicher mit 14:8 für sich, was einen Halbzeitstand von 21:22 zur Folge hatte. Malik Abes, der die Steirer derzeit betreut, nahm kurz hintereinander zwei Auszeiten, konnte damit aber die Aufholjagd der Bullen nicht stoppen. Die Flinkstones gaben jedoch keineswegs auf und legten im dritten Viertel wieder zu. Rekanovic agierte an diesem Tag in Überform und traf gefühlt nahezu jeden seiner Würfe. Der Abstand der Steirer vergrößerte sich bis zum Pausenpfiff wieder auf sieben Punkte. Der letzte Spielabschnitt war geprägt von großer Nervosität auf beiden Seiten. Beide Coaches sprangen hektisch an der Outlinie herum – Zankl wechselte immer wieder, um die beste Formation zu finden, während Abes mit seiner Startformation nahezu durchspielte. Die Bulls holten Korb um Korb auf, die Steirer verlegten in dieser Phase viele hundertprozentige Chancen. In der 40. Spielminute bekam Erben auf Seiten der Niederösterreicher beim Stand von -1 nach einem Foul zwei Freiwürfe zugesprochen. Er behielt die Nerven und verwandelte beide souverän. In der Schlussphase hatten die Steirer den Matchball in Händen, der Ball wollte jedoch nicht in den Korb fallen – Endstand somit 51:50 für die Titelverteidiger aus Niederösterreich.

ABSV LoFric Dolphins Wien -  RBB Flink Stones 2    28:100 (14:54)
Von Beginn weg ließen die Steirer keinen Zweifel daran, dass sie dieses Spiel gewinnen wollten. Im ersten Viertel wurden vor allem die Big Men Vojic und Theissl gut unter dem Korb angespielt und punkteten nach Belieben. Die Wiener traten leicht ersatzgeschwächt an – vor allem Routinier Loisinger ging ab. Die Dolphins kämpften, konnten dann aber oft gut herausgespielte Chancen alleine unter dem Korb nicht verwerten. Die Flink Stones versuchten sich vor allem im dritten Viertel auch an einem Pressing und ließen die Gegner oft nicht einmal über die Mittellinie kommen. In einem sehr fair geführten Spiel (zehn Fouls im gesamten Match), war die spannende Frage zum Schluss nur mehr: Wird der 100er geknackt? Nach einigen Fehlwürfen erlöste Grabner schließlich wenige Sekunden vor Schluss Fans und Mannschaftskollegen und netzte souverän ein.

Die Rückrunde in einer Woche (6.4. in Graz) verspricht nun große Spannung – so eng war der Kampf um den Meistertitel schon lange nicht mehr!

Auch die Rollstuhlbasketballer der Sitting Bulls und der Flink Stones unterstützen Basketball für Vielfalt - Gemeinsam gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie (c)

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