Der Daumen von Ludwig Malter wird noch oft nach oben zeigen. Foto (c) Stefan Voitl

Ludwig Malter ist: Disziplinierter Teenager, motivierter Para-Sportler, Hoffnung im Rennrollstuhlsport. Wir werfen einen Blick auf Malters Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Für Ludwig Malter ist die Teilnahme an den neunten Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2019 ein neuer Karriere-Meilenstein. Das sind die wichtigsten Eckdaten des Salzburgers.

3. August 2000
Ludwig Malter kommt mit Spina Bifida, besser bekannt als „offener Rücken“, zur Welt. Dem Beweglichkeits-Defizit wird in der Sportlerfamilie früh entgegengewirkt: Zwei agile ältere Brüder geben das Tempo im Kampf um das größte Stück Schokoladenkuchen vor.

Sommer 2006
Wie die meisten Burschen liebt Ludwig das Fußballspielen. Regelmäßig kickt er mit seinen Freunden. Mit eisernem Siegeswillen vereitelt er als Tormann die Chancen der Gegner.

Stärker und schneller: Malter verbessert sich sukzessive. Foto (c) Stefan Voitl

17. September 2008: Paralympics Peking
Österreichs Rennrollstuhl-Aushängeschild Thomas Geierspichler holt Gold im Marathon-Bewerb in Peking. Rund 7700 Kilometer entfernt entflammt in Malter das paralympische Feuer. Von Geierspichler inspiriert denkt er: „Der sitzt im Rollstuhl und schafft derart Sensationelles. Das will ich auch!“

September 2012
Das erste Mal im Rennrollstuhl. Förderer Walter Pfaller erkennt Malters Potenzial früh: „Talent, Wille und Fleiß ergeben einen guten Sportler. Ludwig hat schon mit zwölf Jahren Trainingsanweisungen zu 100 Prozent umgesetzt.“ Um freie Bahn zu haben, muss er um 5 Uhr morgens aufstehen. Malter stellt den Wecker zugunsten des Parasports auf 4:30 Uhr.

Ludwig Malter ist 2019 Medaillengarant bei der Junioren-WM in Nottwil. Foto (c) Privat

2014
Malter wirft als Basketballer Körbe und bestreitet seinen ersten Wettkampf bei den Schweizer Juniorenmeisterschaften. Bei den österreichischen LA-Staatsmeisterschaften in Villach folgt die erste Medaille. Der Basketball bleibt im Geräteschrank, die Spezialisierung auf Leichtathletik ist fixiert.

August 2017: Junioren-WM Nottwil – Teil I
Zwei Mal Blech – die ersten Juniorenweltmeisterschaften verlaufen zunächst nicht nach Wunsch. Am Schlusstag lässt Malter die Hymne aber doppelt ertönen: In einem Fotofinish über 1500 Meter holt er Gold, über 800 Meter feiert Ludwig einen souveränen Start-Ziel-Sieg.

August 2019: Junioren-WM Nottwil – Teil 2
Zwei Jahre älter, rund 700 Tage reifer: Malter wird DER WM-Abräumer und holt dreimal Gold, einmal Silber.

Malter sammelt nicht nur sportliche, sondern auch mediale Erfahrung. Foto (c) Stefan Voitl

November 2019: Para-Leichtathletik-WM in Dubai
Malters erste WM bei den Großen. Ein Finaleinzug wäre eine Sensation. ÖBSV-Sportdirektorin Andrea Scherney: „Für Ludwig geht es darum, Erfahrungen zu sammeln. Es ist das hochkarätigste Trainingslager der Welt!“ Malter sieht sich viele Rennen der Konkurrenz an – und lernt dadurch. Die Dubai-Erfahrungen sind der Schlüsselpunkt für seine Weiterentwicklung.

August/September 2020: Paralympics Tokio
Es klappt mit dem Quotenplatz, Malter reist als Aktiver ins Land der aufgehenden Sonne. „Damit erfüllt sich ein großer Traum“. Randnotiz: Neben Tokio steht auch die Matura an.

August/September 2024: Paralympics Paris
Malter zählt als etablierter Rennrollstuhlfahrer zu den Gold-Favoriten. Größter Konkurrent: Marcel Hug. Der Schweizer ist seit Kindheitstagen Malters Vorbild und Mentor. Der Salzburger traut sich den großen Coup zu: „Ich bin schon mehrere Jahre im Geschäft und weiß, wie der Hase läuft.“ Am wichtigsten ist aber: „Ich möchte als Athlet respektiert und nicht als Behinderter bewundert werden.“

August/September 2048: Paralympics Wien
Malter ist mit 8 Gold-, 6 Silber- sowie 4 Bronzemedaillen einer der erfolgreichsten österreichischen Paralympioniken aller Zeiten. Bei den Heim-Paralympics stellt er augenzwinkernd klar: „Ich werte es schon als Erfolg, noch am Leben zu sein. Jetzt will ich es vor heimischem Publikum nochmal krachen lassen.“

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