Kommunikation und Mut als Schlüssel: Drei blinde Menschen surfen auf einer stehenden Welle

Lächelnde Person mit rosa Helm im Wasser neben einem Surfbrett
Mit klarer Kommunikation ist auch Surfen für blinde Sportlerinnen und Sportler möglich. © Eva Wöckl

Mit Erna Berger, Robert Bayerhofer und Mathias Fleischer aus Linz surften erstmals drei Personen mit Sehbehinderung auf einer stehenden Welle. Möglich wurde das vor allem durch klare Kommunikation, individuelle Unterstützung und passende Rahmenbedingungen.

"Total klasse Gefühl"

“Noch eine Stufe, ein Schritt bis zur Kante. Warte noch kurz auf mich.” Trainer Max Bergmann gibt ruhig und präzise Anweisungen. Kurz darauf liegt das Surfbrett im Wasser. “Brett ist unter dir. Körperhaltung gefällt mir gut, Gewicht noch ein bisschen nach vorne.” Wenige Augenblicke später beginnt der nächste Versuch.

Für die drei Teilnehmer funktioniert der Surfkurs anders als gewohnt. Wo sonst vieles durch Vorzeigen vermittelt wird, spielen klare Sprache, Berührung und direkte Rückmeldungen eine zentrale Rolle. Denn Erna Berger, Robert Bayerhofer und Mathias Fleischer sind blind.

Die ersten Versuche sind von Nervosität geprägt. Doch schnell werden die Abläufe vertrauter und die Bewegungen sicherer. Auch der Weg vom Ausstieg zurück zum Einstieg wird von Versuch zu Versuch selbstverständlicher. “Es ist besser gewesen, als ich es mir erwartet habe. Wahnsinn. Total klasse Gefühl”, erzählt Robert Bayerhofer nach seinen ersten Versuchen. "Beim ersten Mal war noch Nervosität dabei. Und dann beim zweiten Mal war es schon ganz anders."

Auch Erna Berger hat sichtlich Freude an ihren Fortschritten. Nach einem gelungenen Versuch scherzt sie: “Jetzt bin ich schon so wie ein kleiner Profi.”

Frau mit rosa Helm und Neoprenanzug surft auf einem blauen Surfbrett in einem Fluss, während ein Mann in Neoprenanzug ihr von einem Steg aus die Hand reicht
© Eva Wöckl
Gruppe von sechs Personen am Flussufer, einige in Neoprenanzügen mit Surfbrettern, alle winken in die Kamera
© Eva Wöckl

Klare Kommunikation als Schlüssel

Damit die drei Teilnehmer surfen können, musste der Kurs nicht grundlegend verändert werden. Entscheidend war, die Informationen anders zugänglich zu machen. Bereits an Land erklärte Max Neuböck, Betreiber von The.Riverwave, die Abläufe und bereitete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf das Surfen vor. Im Wasser sorgte er für Orientierung und Unterstützung. Trainer Max Bergmann begleitete die drei unmittelbar beim Einstieg und auf der Welle.

Positionen und Bewegungen wurden genau beschrieben und teilweise ertastbar gemacht. Gleichzeitig konnten die Teilnehmer selbst entscheiden, wann sie Unterstützung benötigen. “Du kannst mich auslassen, wenn du dich sicher fühlst”, sagt Bergmann während eines Versuchs.

Initiiert und organisiert wurde das Projekt von Ursula Walli, die in St. Marienkirchen am Hausruck eine Gesundheitspraxis betreibt. "Mich hat bewegt, wie schnell zwischenmenschliches Vertrauen entstehen kann, wenn das nötige Feingefühl da ist", sagt Walli. Für die drei Teilnehmenden bleibt vor allem die Erfahrung, eine neue Sportart selbst ausprobieren zu können. 

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