Drei Behindertensport-Filme, die ihr sehen solltet

Der ÖBSV wirft einen Blick auf drei außergewöhnliche Filme zum Thema Behindertensport. Sie sind witzig, emotional - und sogar oscarnominiert.

Es gibt Filme, die man als Fan des Behindertensports unbedingt gesehen haben sollte. Bei manchen droht Bauchmuskelkater wegen potenzieller Lachkrämpfe, bei anderen glasige Augen. Der Österreichische Behindertensportverband hat drei sehenswerte Filmtipps herausgepickt.

Foto: Faksimile

Wir sind Champions (Spanien, 2018)

Inhalt: Für Marco, Co-Trainer einer spanischen Basketballmannschaft, läuft es derzeit nicht rund: Nur der Trainer heimst Lob ein und Marcos Ehe ist gefährdet. Bald kommt es zum Eklat auf dem Basketballfeld, er wird vom Platz gestellt, betrinkt sich und wird in einen Autounfall verwickelt. Das anschließende Urteil der Richterin ist dann so gar nicht nach seinem Geschmack - er soll nämlich in seiner Freizeit eine ganz besondere Basketballmannschaft trainieren und diese Mannschaft wird sein Weltbild ordentlich durcheinanderwirbeln...

Rezension: "Wir sind Champions" ist definitiv eine außergewöhnliche Komödie. Häufig gibt es in der Gesellschaft Vorurteile gegen Menschen mit geistiger Behinderung. Im Film räumen die großartigen Darsteller mit zahlreichen Vorurteilen auf und überzeugen mit Charme, Witz und Freude am Basketballsport. Der Trailer wurde bei der Zero Project Conference 2019 in Wien gezeigt und mit großem Applaus gefeiert. Der Film ist herzerwärmend, unfassbar komisch und überraschend. In Spanien avancierte "Campeones" zum Überraschungshit, die deutsche Film- und Medienbewertung verlieh das "Prädikat besonders wertvoll." Anschauen - es zahlt sich aus.

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Gold - du kannst mehr als du denkst (Deutschland, 2013)

Inhalt: Der Film erzählt die Lebensgeschichte dreier außergewöhnlicher Menschen: Henry Wanyoike, blinder Marathonläufer aus Kenia, Kirsten Bruhn, querschnittgelähmte Schwimmerin aus Deutschland und Kurt Fearnley, australischer Rennrollstuhlfahrer. Über ein Jahr hat das Filmteam um Michael Hammon die Drei begleitet und ungewöhnlich tiefe Einblicke in das Leben der Protagonisten gewonnen, die in ihrer Heimat Vorbild ihrer Gesellschaft sind. Der Film wurde in den Heimatländern der Drei und während der Paralympics in London 2012 gedreht.

Rezension: "Gold" wirft einen tollen Blick auf den Trainings- und Wettkampfalltag von Weltklassebehindertensportlern von drei verschiedenen Kontinenten. Die AthletInnen werden grandios portraitiert und deren Triumphe cineastisch eindrucksvoll begleitet. Neben den Erfolgen zeigt der Film aber genauso Zweifel und Niederlagen, also das gesamte Spektrum im Leben eines Behindertensportlers. Willi Lemke, Special Adviser to the UN Secretary General on Sport for Development and Peace, sagt über "Gold": "Dieser Film wird ihr Leben verändern."

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Murderball (USA 2005)

Inhalt: Murderball dokumentiert die Teilnahme der amerikanischen Rollstuhlrugby-Nationalmannschaft bei den Sommer-Paralympics in Athen. Im Mittelpunkt steht dabei die Rivalität mit der kanandischen Nationalmannschaft. Autounfälle, Faustkämpfe, Schießereien oder bakterielle Infektionen führten zu den Beeinträchtigungen der Sportler, die sich in einer der spektakulärsten Behindertensportarten überhaupt - von den Sporthallen in Mittelamerika bis zur olympischen Arena in Athen - einen Namen machten.

Rezension: "Rollstuhlrugbyspieler ist ein bisschen wie Autoscooter-Fahren mit Ball", beschreibt die österreichische Rollstuhlrugbylegende Isudin "Isi" Ramic seinen Lebenssport. Bei Murderball wird klar, welchen Stellenwert die Sportart im Leben eines Rollstuhlfahrers einnehmen kann. Action, spektakuläre Zusammenstöße und schöne Frauen - nicht umsonst werden die Rollstuhlrugbyspieler, die sich ohne Helm bekämpfen, als "Gladiatoren des Behindertensports" bezeichnet. Gängige Stereotypen werden im Film schnell widerlegt, die Passion perfekt von den Hauptprotagonisten auf den Zuschauer übertragen. Der Film dreht sich um die (Sport-)Familie, Rache, Ehre, Sex und den Triumph der Liebe über die Niederlage. 2006 wurde "Murderball" deshalb als bester Dokumentarfilm für den Oscar nominiert. Auch wenn es mit der begehrtesten Statue der Filmindustrie letztlich nicht geklappt hat - die Herzen der Sportfans hat der Film allemal gewonnen.

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