Corinna Heiss: Sport als erster Schritt zur Inklusion

Fotos (c) Privat

Als neue Vorsitzende des Kompetenzgremuims Amputiertensport setzt Corinna Heiss auf ihr umfangreiches Wissen und ihre Erfahrung zum Thema.

Corinna Heiss wurde 2014 von einem Auto angefahren. Die dadurch erlittene Oberschenkelamputation wirft sie aber nicht aus der Bahn – sie heiratet, wird Mutter, baut Haus und gründet im Jahr 2018 den Österreichischen Amputiertenverband (ÖAV).

ÖBSV: Hallo Corinna, schön dich als neue Vorsitzende des Kompetenzgremuims Amputiertensport im Team des ÖBSV zu haben! Als Gründerin des Österreichischen Amputiertenverbandes hast du viel Erfahrung zum Thema. Welcher Austausch findet dort statt?

Corinna: Es geht um gegenseitige Hilfe bei allen Fragen zu Amputation. Welche Prothese ist die beste für mich? Welche Förderungen gibt es und wie kann ich sie in Anspruch nehmen? Wir haben auch ein Peer-Programm – da betreuen und beraten wir Menschen mit Amputation schon vor und während ihres Aufenthaltes im Krankenhaus.

Wo siehst du deine Aufgaben als neue Vorsitzende des KG-A?

Während der Reha nach einer Amputation machen die meisten Sport und sind fit. Danach ist kann man sich aber schnell mal allein gelassen fühlen. Die Möglichkeit mit dem Sport anzuschließen ist nicht einfach. Ich will den Menschen mit Amputation in dieser Phase die Gelegenheit geben, möglichst viele Sportarten auszuprobieren, zeigen, wie sie Spaß dabei haben können. Für mich war Sport auch immer der erste Schritt einer funktionierenden Inklusion. Weil man gezeigt bekommt und erkennt: Ich kann ja weiterhin sehr viel machen, meine Amputation schränkt mich vielleicht in Gewissen Dingen ein, hindert mich aber nicht daran. Das ist auch für die Psyche ganz wichtig.

Wo willst du dabei konkret ansetzen?

Im Breitensport wollen wir mehr Schnuppertage anbieten und das Sportangebot für Menschen mit Amputation flächendeckend anbieten. Dadurch gelingt es uns hoffentlich, die Motivation für Bewegung und Sport zu steigern.

Prothesen für Sport kosten viel Geld. Wie kann ich also eine Sportart ausprobieren und dann betreiben?

Grundsätzlich hat man das Recht, eine Prothese zu testen. Ob man die Prothese dann danach von der zuständigen Krankenkasse gezahlt bekommt, ist eine andere Sache – durch die verschiedenen Krankenkassen und Länder sind die Entscheidungen nicht einheitlich. Ich wünsche mir hier für die Zukunft eine einheitliche Lösung für jede Amputierte und jeden Amputierten in ganz Österreich. In Kooperation mit ÖBSV und ÖAV werden wir daran arbeiten. Denn jeder der eine Prothese zur Ausübung seines Sports braucht, soll diese in Zukunft auch bekommen.

Corinna, wir wünschen dir als neue Vorsitzende des KG-A viel Erfolg!

Ihr habt Fragen an Corinna? Schreibt eine Email an kg-a(at)obsv.at

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