Bogensport: Michael Meier löst Ticket für Paris

Michael Meier inmitten seines Physios Stefan Pöll und Nationaltrainers Christian Linhart.
Michael Meier inmitten seines Physios Stefan Pöll und Nationaltrainers Christian Linhart.

© Österreichischer Bogensportverband

Michael Meier zeigt in Dubai seine Klasse und qualifiziert sich für Paris. Er ist damit der erste Bogenschütze seit 24 Jahren, der bei den Paralympics an den Start geht.

Vom Waldviertel über Dubai nach Paris

Von 2. bis 7. März versammelten sich die Top-Athleten aus aller Welt in Dubai zum 8. Fazza Para Archery World Ranking Tournament. Mittendrin der Waldviertler, Michael Meier. Der 42-Jährige liefert ein sensationelles Turnier ab, gewinnt das Finale des Final Quota Tournament gegen Daneshen Govinda Rajan aus Malaysia mit 143 zu 133 Punkten. Und qualifiziert sich damit für die Paralympics: „Ich habe noch nicht realisiert, was das wirklich bedeutet. Paralympics – das sind die Besten der Besten und da darf ich hin!“, zeigt sich Meier ergriffen.

Bereits im vergangenen Sommer ließen Michael Meier und Kollege Martin Wegerer bei den Europameisterschaften in Rotterdam im Teambewerb ihre internationale Klasse aufblitzen. Das Duo schlug am Weg ins Finale unter anderem die topgesetzten Italiener und verpasste nur hauchdünn die Bronzemedaille.

Die Qualifikation Meiers für die Paralympics ist besonders bemerkenswert, da er erst seit wenigen Jahren diesen Sport ausübt. Nach einem Unfall im Jahr 2021, der zu einer Querschnittslähmung führte, begann er im Mai 2022 nach seiner Rehabilitation im AUVA-Rehabilitationszentrum „Weißer Hof“ mit dem Bogensport. 2 Jahre später tritt er bei den Paralympics an. „Üblicherweise dauert es fünf bis sieben Jahre, bis ein Talent bei optimaler Betreuung und voller Intensität an die internationale Spitze gelang. Michael hat enormes Potenzial, das er in den nächsten Jahren noch weiter entwickeln kann und wird“, freut sich Herwig Haunschmid, Präsident des Österreichischen Bogensportverbandes.

Ein Blick in die Vergangenheit

Österreichs Bogenschützinnen und -schützen und die Paralympics verbindet eine lange gemeinsame Historie. 1972 in Heidelberg trat Leopold Seybert als erster heimischer Schütze bei den Paralympics im Bogenschießen an. Seybert war auch 8 Jahre später, 1980 in Arnheim, dabei. Zu ihm gesellten sich Felix Lettner, Manfred Petschnig, Wolfgang Stieg, sowie Rosa Schweizer als erste Frau. Schweizer war gleichzeitig auch die erste heimische Goldmedaillengewinnerin im Bogensport. In Großbritannien 1984 waren mit Gerhard Frank, Oskar Kreuzer, Felix Lettner, Manfred Petschnig, Rosa Schweizer und Wolfgang Stieg gleich 6 Schützinnen und Schützen an Bord. 1988 in Seoul waren es mit Gerhard Frank und Erich Proßliner noch 2 Aktive. 2000 in Sidney war Erich Proßliner der bisher letzte Bogenschütze Österreichs bei den Paralympics.

Die aus österreichischer Sicht erfolgreichsten Spiele im Bogenschießen waren die Paralympics 1984 in Stoke: Felix Lettner und Gerhard Frank holten Gold, Rosa Schweizer holte Silber.

1980 in Arnheim holte Rosa Schweizer Gold, Manfred Petschnig Silber und Felix Lettner die Bronzemedaille.

Grenzenlose Freude: Michael Martin und Coach Christian Linhart liegen sich in den Armen.
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© World Archery

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