Bogenschießen: Trainerausbildung für den Blindensport

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen und sitzen für ein Gruppenfoto auf einer Wiese. Hinter ihnen sind Zielscheiben für den Bogensport aufgebaut.
Ein Gruppenfoto aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars. © Philipp Matyas Karasz

Eine gelungene Zusammenarbeit zwischen dem inkludierenden Bogensportverband und dem Behindertensportverband.

ÖBSV trifft ÖBSV – Von 9. bis 11. Mai organisierte der Österreichische Bogensportverband in Zusammenarbeit mit dem Landesfachverband Steiermark und unter anderem mit finanzieller Unterstützung unseres ÖBSV ein Spezialseminar für künftige Coaches von Bogenschützinnen und -schützen mit einer Sehbehinderung. Das Seminar fand im steirischen Niederöblarn statt und wurde vom britischen Experten Malcolm Higman begleitet.

Schritt für Schritt

Bei strahlend schönem Wetter erlernten 14 Coaches vom Engländer Malcolm Higman das effektive Bogenschießen für Blindensportlerinnen und -sportler. Acht blinde und sehbehinderte Schützinnen und Schützen unterstützten gemeinsam mit den beiden Co-Trainerinnen Anne-Marie Kelterer und Enikö Bodor die Teilnehmenden bei ihrer Ausbildung.

„Am ersten Tag ging es nach einer ausführlichen theoretischen Einführung für das praktische Training auf den Platz, wo wir zuerst das Equipment (Fußraster, Stativ und taktiles Visier) auf- und einstellten. Danach haben wir in Eigenerfahrung blind geschossen“, erklärt Anne-Marie Kelterer. Der Hauptfokus am ersten Nachmittag lag darin, die adaptierte Technik zu erlernen, um das taktile Visier effektiv zu nutzen.

„Am Abend des ersten Tages führte uns die Mobilitätstrainerin Linda Kanzler in das richtige Führen blinder und sehbehinderter Menschen sowie das Gehen mit dem Blindenstock ein. Das war für alle Teilnehmenden eine neue Erfahrung, die wir am nächsten Tag gut anwenden konnten“, so Kelterer.

© Matyas Karasz
© Matyas Karasz

Sportler werden zu Lehrenden

Am zweiten Tag wurde in Dreier-Gruppen das spezielle Prozedere der adaptierten Schießtechnik trainiert, wobei die Azubis abwechselnd die Rolle als Trainerin und Spotter innehatten. Den Unterricht übernahmen die Blindensportlerinnen und -sportler unter Malcolms Anleitung. Die Fortgeschrittenen konnten den neuen Coaches dabei sogar den einen oder anderen Tipp aus ihrem Erfahrungsschatz geben. Die jungen Schützinnen und Schützen Solomiia und Alexander (beide 12 Jahre alt) sowie die erwachsenen Anfänger Edi und Franz haben am Ende des Tages bereits gute Passen geschossen.

Am dritten Tag gab es dann ein individuelles Coaching von Malcolm Higman für die vier fortgeschrittenen sehbehinderten Bogenschützinnen und -schützen (Angela, Gerhard, Mario und Sebastian) mit ihren Spottern und Coaches. Hier war die Verbesserung der individuellen Schießtechnik das Thema. Am Ende konnten alle viel für ihr weiteres Training zu Hause mitnehmen.

Eine gelungene Grundausbildung

Am Abend präsentierte Patrick Gaß von der Firma Archery Analytics das Kamera-Scoring-System RyngDyng, das ein eigenständiges Werten der Pfeile mittels der eigens dafür programmierten Sprachausgabe ermöglicht.

„Malcolm Higman hat in diesem tollen Kurs seinen großen, mehr als 20-jährigen Erfahrungsschatz in hervorragender Weise an die teilnehmenden Coaches und Sportlerinnen bzw. Sportler weitergegeben. 14 Übungsleiterinnen, Instruktoren und Trainerinnen aus ganz Österreich haben dadurch eine gute Grundausbildung im Blinden-Bogenschießen erhalten. Ein Dankeschön möchte ich noch an die Sponsoren Archery Austria, Steirischer Bogensportverband, Österreichischer Behindertensportverband, Verein zur Förderung der Jugend im Olympischen Bogensport, Grazer Versehrtensportclub, Postsportverein Graz  und ASVOE Projekt Grenzenlos Fit senden, die diese Veranstaltung erst ermöglicht haben“, bedankt sich Anne-Marie Kelterer abschließend.

© Linda Kanzler

So funktioniert Bogenschießen für Sportlerinnen und Sportler mit Sehbehinderung (Englisch)

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