Boccia: Michael Kiefler ist Wiens Sportler des Jahres mit Behinderung

Michael Kiefler bei der Siegerehrung. Er sitzt im Anzug in seinem E-Rollstuhl und hat den gläsernen Pokal auf dem Schoß. Links neben ihm kniet seine Assistentin Marie-Theres Plass.
Wiens Sportler des Jahres mit Behinderung 2025: Michael Kiefler. © Stefan Burghart

Unvergessliche Momente: Bereits zum 16. Mal ehrte Wien am Dienstag seine besten Sportlerinnen und Sportler – mit und ohne Behinderungen. Während bei den Damen eine alte Bekannte die Auszeichnung entgegennahm, durfte sich bei den Herren ein Premierensieger freuen.

Neudolt bleibt die Nummer Eins

Am Dienstagabend stand das Wiener Rathaus ganz im Zeichen der Bewegung. Hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Sport gaben sich die Ehre, darunter Staatssekretärin Michaela Schmidt und Wiens Sportstadtrat Peter Hacker. Gemeinsam mit den nominierten Athletinnen und Athleten sowie zahlreichen Gästen ließen sie die Highlights der vergangenen zwölf Monate Revue passieren.

“Die Gala der Wiener Sportstars ist nicht nur eine Ehrung für die herausragenden Leistungen unserer Athletinnen und Athleten, sondern zeigt auch die Bedeutung des Sports in unserer Stadt. Sport bringt Menschen zusammen, fördert die Gesundheit und stärkt den Zusammenhalt. Wir sind stolz auf die Vielfalt und das Engagement im Wiener Sport. Ich freue mich, dass wir das auch hier wieder gebührend im Rathaus feiern konnten”, so Sportstadtrat Peter Hacker.

Auch heuer wurden im Rahmen der neun Kategorien wieder die besten Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung ausgezeichnet. Bei den Damen standen einmal mehr Badminton-Spielerin Katrin Neudolt, Schwimm-Ass und Paralympics-Teilnehmerin Janina Falk sowie – erstmals nominiert – Boccia-Spielerin Steffi Proßegger zur Wahl, die heuer auf internationaler Ebene für Aufsehen sorgte. Am Ende durfte erneut Katrin Neudolt die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen.

Katrin Neudolt mit ihrer Trophäe © Stefan Burghart.
Hahn im Korb: Michael Kiefler gemeinsam mit Margit Straka, Andrea Schrney (stehend) und Marie-Therese Plass. © WBSV

Stolz und Dankbarkeit

Bei den Herren waren Gehörlosen-Tennisspieler Mario Kargl, Nachwuchsschwimmer Jakob Schumacher und Österreichs Para-Boccia-Aushängeschild Michael Kiefler nominiert. Und der “Herr der rollenden Kugeln” machte schließlich das Rennen. Ein Moment, der ihm wohl ein Leben lang in Erinnerung bleiben wird: “Ich bin noch immer sprachlos und überwältigt. Mit dieser Auszeichnung habe ich wirklich nicht gerechnet – schon die Nominierung war für mich eine riesige Ehre”, erzählt Kiefler, der sichtlich gerührt gemeinsam mit Rinnen-Assistentin Marie-Therese Plass die Auszeichnung entgegennahm.

Für Kiefler ist es vor allem der Lohn jahrelanger harter Arbeit: "Dass ich nun tatsächlich als Sportler des Jahres mit Behinderung 2025 ausgezeichnet wurde, erfüllt mich mit unglaublichem Stolz und Dankbarkeit. Für mich bedeutet dieser Preis weit mehr als nur einen Titel. Er ist die Bestätigung dafür, dass sich all die vielen Trainingsstunden, die Rückschläge und das Durchhalten lohnen. Es zeigt mir, dass ich mit Boccia auf dem richtigen Weg bin – bis hin zu meinem großen Traum, eines Tages bei den Paralympics zu stehen. Ich fühle mich zutiefst geehrt, dass meine Leistungen in Wien diese Anerkennung gefunden haben. Gleichzeitig sehe ich diese Auszeichnung auch als Motivation und Auftrag: weiter hart zu arbeiten, meine Grenzen zu verschieben und noch mehr Menschen zu zeigen, dass auch wir mit einer schweren Behinderung sportliche Höchstleistungen erbringen können. Diese Ehrung wird für immer einer der größten Momente meines Lebens bleiben."

© WBSV
© Stefan Burghart
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