Boccia: Mal eben Geschichte geschrieben

Strahlen um die Wette: Michael Kiefler und seine Assistentin Marie-Therese Plass präsentieren stolz ihre Silbermedaillen.
Strahlen um die Wette: Michael Kiefler und seine Assistentin Marie-Therese Plass präsentieren stolz ihre Silbermedaillen. © Zagreb Boccia

Michael Kiefler holt beim Weltranglistenturnier in Zagreb die Silbermedaille. Er ist damit der erste österreichische Athlet, dem in der BC3-Klasse dieses Kunststück gelingt.

Eine lohende Reise

Vom 7. bis 14. April traf sich die Elite des internationalen Para-Boccias zum World Boccia Challenger in Kroatien. Mit Michael Kiefler und Steffi Proßegger nahmen zwei heimische Athletinnen und Athleten zusammen mit ihrem Betreuerteam die Reise nach Zagreb auf. Für Kiefler war es der zweite Auftritt bei einem Weltranglistenturnier. Steffi Proßegger feierte ihr Debüt auf der internationalen Bühne. Beide traten in der Klasse BC3 an.

Als Nummer 7 gereiht traf Kiefler in seinem Auftaktmatch auf den Lokalmatador Toni Tomic. Gegen den Kroaten gewann der Österreicher klar mit 10:1. Im zweiten Duell musste sich Kiefler dem Italiener Gabriele Zendron geschlagen geben, stieg jedoch in die nächste Runde auf: „In meinem Gruppenspiel gegen den Italiener hatte ich einige unglückliche Momente. Als Zweitplatzierter kam ich dann trotzdem ins Viertelfinale.“

Feierlicher Einzug der österreichischen Athletinnen und Athleten in die Halle.
© Zagreb Boccia
Boccia-Action in der Sporthalle. © Zagreb Boccia

Dort wartete der Spanier Alejandro Morillas. Mit 4:3 gewann der Österreicher die Partie knapp und qualifizierte sich für das Halbfinale. Gegen den Portugiesen Virigilo Ferreira behielt Kiefler erneut die Nerven und siegte mit 6:4. Der Endstand bedeutete eine fixe Medaille und den Einzug ins Finale. Hart erkämpft, aber verdient, wie Kiefler betonte: „Sowohl das Viertelfinale als auch das Halbfinale habe ich anfangs dominiert. Leider habe ich dann etwas nachgelassen, aber den Sieg trotzdem über die Runden gebracht. Das war schon extrem spannend für die Zuschauer.“

Im Endspiel gab es ein Wiedersehen mit dem Gegner aus der Gruppenphase, Gabriele Zendron. Wieder mit dem besseren Ende für den Italiener. „Ich war im Finale schon erschöpft. Mein Gegner hat gut gespielt. Die Italiener sind derzeit noch professioneller aufgestellt, das hat sich schon bemerkbar gemacht“, so Kiefler. 

Michael Kiefler in Zagreb Geschichte geschrieben. Er ist der erste heimische BC3-Athlet, der bei einem Weltranglistenturnier eine Medaille holt. Und er kann sich zurecht mit breiter Brust aus Kroatien verabschieden: „Es war erst mein zweites internationales Turnier und ich habe Silber geholt. Das ist nicht selbstverständlich. Meine Gegner können auf teils jahrelange Turniererfahrung zurückgreifen. Aber die harte Arbeit in den letzten Jahren hat sich gelohnt. Ich bin sehr stolz darauf.“

Eine gelungene Premiere

Für die Wiener Landesmeisterin Steffi Proßegger war der World Challenger die Premiere bei einem internationalen Turnier. In der Gruppenphase bekam sie es mit der Portugiesin Ana Sofia Costa und der Slowakin Luba Skvarnova zu tun.

Ihr Auftaktspiel bestritt Proßegger gegen die spätere Turniersiegerin Ana Sofia Costa. Die Wienerin hielt gut mit, holte einen Satz, musste sich aber am Ende mit 1:5 geschlagen geben.

Besser lief es im zweiten Spiel. Gegen Luba Skvarnova lieferte die Debütantin eine starke Leistung. Die beiden Spielerinnen lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe. Zwar verlor die Österreicherin die Partie knapp mit 3:4, konnte aber auf ihren ersten Auftritt mehr als stolz sein. Mit etwas Glück wäre sogar der Einzug ins Viertelfinale möglich gewesen.

Steffi Proßegger zeigte bei ihrem ersten internationalen Turnier eine tolle Leistung.
Steffi Proßegger zeigte bei ihrem ersten internationalen Turnier eine tolle Leistung. © Zagreb Boccia

Ein erfolgreicher Abschluss

Im abschließenden Paar-Bewerb traten das Duo Kiefler / Proßegger gegen die Teams aus Tschechien, Spanien und der Slowakei an. In den ersten beiden Spielen musste Team Austria zwei Niederlagen einstecken. Gegen die Slowakei lief es dann wieder besser. Mit 9:2 gewann das Duo ihr finales Spiel an diesem tollen Turnier-Wochenende: „Im Pairs mit Steffi konnten wir gut mithalten, hatten aber auch sehr viel Pech. Leider haben wir das entscheidende Spiel zu hoch verloren. Wir haben viel gelernt und wissen, was zu tun ist, um erfolgreich zu sein. Das letzte Spiel gegen die Slowakei konnten wir überlegen gewinnen, und das ist ein gutes Gefühl“, freute sich Kiefler abschließend.

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