Blindenfußball: Fußball ist immer ein Fest

Die Blindenfußballer Asmin Traore und Bettina Sulyok warten auf den Pfiff des Schiedsrichters bei einem Freistoß. Sulyok hat den Fuß auf dem Ball. Sie tragen violette Shirts und weiße Hosen und im Gesicht eine Sichtschutzbrille. Zwei Gegenspieler bilden vor ihnen eine Mauer.
Freistoß: Asmin Traore und Bettina Sulyok von der SG VSC/ABSV Wien legen sich Ball und Gegner zurecht. © ÖBSV Baubinder

Es ist wie verhext: Schlechtwetter und Dauerregen haben scheinbar ihr Abo für das jährliche Blindenfußballturnier in Wien gebucht. Aufgeben und Absagen? Für Spielerin und Organisatorin Bettina Sulyok keine Option.

Aller Hindernisse zum Trotz

Vergangenes Wochenende war es wieder so weit: Das große Blindenfußballturnier in Wien ging in der Sportanlage in der Hopsagasse über die Bühne. Vier Mannschaften aus drei Nationen nahmen die Herausforderung an. Dabei hatten alle Teams einen gemeinsamen Gegner: das Wetter. Vor allem am ersten Tag schüttete es in Strömen, der starke Wind und die niedrigen Temperaturen taten ihr Übriges.

Organisatorin und Spielerin der SG VSC/ABSV Wien, Bettina Sulyok, ist sichtlich enttäuscht: „Es hatten sich viele Zuschauer angesagt, die sich vom Dauerregen abschrecken ließen. Absolut verständlich, ich wäre auch nicht gekommen. Wir haben viel vorbereitet, zum Beispiel eine Tombola organisiert, das ist schon ein bisschen frustrierend. Es kam einfach viel zusammen: Zuerst wurden die Linien falsch gezogen, dann hat der Regen sie weggeregnet – wir hatten schon viele Hindernisse. Aber wir haben es durchgezogen, es ist eine absolut coole Veranstaltung und eine gute Vorbereitung für die kommende Saison.“

Die Spielerin Bettina Sulyok trägt ein violettes Trikot, eine weiße Hose und violette Stutzen. Sie führt den Ball über das Feld mit dem linken Fuß. Sie trägt eine Sichtschutzbrille und hat die Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden.
Bettina Sulyok nimmt Fahrt auf. © ÖBSV Baubinder
Ein harter Zweikampf zwischen einem polnischen und einem österreichischen Spieler, bei dem der Österreicher gegen die Bande gedrückt wird und dabei umfällt.
Knallharte Action: Die österreichische Auswahl im Duell mit Polen. © ÖBSV Baubinder

Die heimische Szene wächst

Das Teilnehmerfeld ist hochkarätig. Zu Besuch sind das polnische Nationalteam, das deutsche Bundesligateam FC Ingolstadt 04, das kurzfristig für den MTV Stuttgart einspringt, eine österreichische Auswahl und die SG VSC/ABSV Wien. Die Vielzahl an heimischen Kickerinnen und Kickern freut Sulyok besonders: „Wir sind ausgesprochen stolz, dass wir heuer erstmals zwei österreichische Teams auf den Platz gebracht haben – mit ausreichend Wechselspielern. Es waren insgesamt 15 Spielerinnen und Spieler am Start, es hätten also fast schon drei Mannschaften gespielt.“

Blindenfußball ist nichts für Mimosen. Zwar machen sich die Akteurinnen und Akteure auf dem Feld lautstark mit „Voi“ bemerkbar, doch die Zusammenstöße und vor allem die Zweikämpfe um den Rasselball sind knallhart. Theatralik und endlose Diskussionen mit dem Schiedsrichter wie im Regel-Fußball sucht man hier größtenteils vergebens. Gleichzeitig ist ein hohes Maß an Ballgefühl und Konzentration gefordert. Elegant lassen die Spielerinnen und Spieler das Leder zwischen den Beinen pendeln, ehe sie vor dem Tor blitzschnell den Abschluss suchen.

Nicht den Spaß vermiesen lassen

Am Sonntag ließ zu Beginn der Spiele der Regen nach und das Turnier konnte im Trockenen zu Ende gespielt werden. Bettina Sulyok ist mit der Leistung ihres Teams und dem Verlauf des Events zufrieden: „Uns ist es spielerisch gut gegangen. Wir haben das erste Match gegen die österreichische Auswahl mit 3:0 gewonnen, gegen Ingolstadt mit 2:0. Einzig gegen die Polen haben wir 4:1 verloren, aber auch gesehen, was wir verbessern müssen. Das mit dem Regen kann man leider nicht ändern, aber ich glaube trotzdem, dass alle Spaß hatten – und Fußball ist immer ein Fest.“

Im Endklassement gewinnt mit den Polen auch die stimmgewaltigste Truppe des Wochenendes mit drei Siegen aus drei Spielen. Dahinter liegt die SG VSC/ABSV Wien mit zwei Siegen und einer Niederlage. Die österreichische Auswahl und Ingolstadt 04 belegen mit je einem Punkt die Plätze 3 und 4.

Die Spieler und eine Betreuerin des FC Ingolstadt stehen hinter der Bande am Spielfeldrand und lachen über etwas. Die Spieler tragen weiße Trikots und Sichtschutzbrillen.
Gute Laune trotz schlechtem Wetter beim FC Ingolstadt 04 © ÖBSV Baubinder
Eine Spielerin Österreichs und ein Spieler Polens kämpfen Schulter an Schulter um den Ball, der vor ihnen liegt. Sie drücken sich dabei stark gegeneinander.
Zweikampf zwischen der österreichischen Auswahl und Polen. © ÖBSV Baubinder
Die österreichische Auswahl betritt das Feld. Die Spieler haben rote Trikots an, weiße Hosen und rote Stutzen und Sichtschutzbrillen. Sie halten sich gegenseitig an der Schulter, der sehende Tormann geht voraus.
Die österreichische Auswahl betritt das Feld. © ÖBSV Baubinder
Die Spieler stehen bewegungslos auf dem Feld. Sie warten auf den Anpfiff.
Volle Konzentration - Warten auf den Anpfiff. © ÖBSV Baubinder
Mannschaftsfoto der Spielgemeinschaft VSC/ABSV Wien. Die Spielerinnen und Spieler tragen violette Trikots, die Torfrau ein türkises. Zwei Trainer sind mit dabei. Das Team hat sich vor einem Tor positioniert und lacht in die Kamera.
Die Spielgemeinschaft VSC/ABSV Wien © ÖBSV Baubinder

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